Krisen im AlterSehen im Alter

Im Alter nimmt die Sehschärfe ab. Die Anpassungsfähigkeit des Auges an die jeweilige Sehentfernung (Akkommodation), die Anpassung an Helligkeitsunterschiede (Adaptation ) und die Kontrastempfindlichkeit werden im hohen Alter weniger. Man benötigt mehr Licht, um scharf zu sehen.

Licht und Helligkeit blenden mehr als in jungen Jahren. Das Sehvermögen wird im Laufe der Zeit eingeschränkt. Das schwindende Sehvermögen wird von den Betroffenen als ein großer Verlust an Lebensqualität empfunden. Es hilft, wenn Menschen mit einer Sehbehinderung in ihrer gewohnten Umgebung verbleiben können, um sich zu orientieren und sicher fortzubewegen.

Arten der Beeinträchtigung von dem Sehvermögen im Alter

Verschwommenes Sehen

  • Die Umrisse eines betrachteten Objektes sind weniger scharf
  • Einzelheiten können nicht genau wahrgenommen werden
  • Farben erscheinen blass
  • Lichtquellen blenden

Makula Degeneration - Beeinträchtigung des zentralen Sehvermögens

Bei dieser Erkrankung werden die Nervenzellen im Bereich des schärfsten Sehens (gelber Fleck) zerstört. Krankhafte Veränderungen der Makula schränken die Sehschärfe ein. Wenn aus geraden Linien krumme Linien werden, sich Nachtblindheit einstellt oder sich Flecken in der Mitte des Gesichtsfeldes bilden, sind dies erste Anzeichen für eine Makula-Degeneration. Betroffene klagen meist darüber, dass gerade da, wo man hinschaut, nichts zu erkennen ist.
Schwer zu erkennen sind:

  • Gesichter bzw. bekannte Personen
  • Details
  • In schwach beleuchteten Räumen lassen sich Tätigkeiten kaum noch durchführen

Eingeschränktes Gesichtsfeld

Mit dem Rand der Netzhaut nehmen wir das Gesamtbild wahr, das das Auge uns liefert. Eine Veränderung der Peripherie der Netzhaut schränkt das Gesichtsfeld erheblich ein. Das Sichzurechtfinden in einem Raum (Röhrenblick) wird erschwert; man sieht wie durch ein Schlüsselloch. Die Mobilität leidet unter dem sogenannten Röhrenblick. Es fällt schwer, große, komplexe Räume zu erkunden.

Hemianopsie (halbseitiger Gesichtsfeldausfall)

Durch einen Tumor oder einen Hirnschlag kann es dazu kommen, dass halbseitig ein Gesichtsfeld ausfällt.
Man spricht von Sehbeeinträchtigung zerebralen Ursprungs mit weitreichenden Folgen:

  • Eine Hälfte eines Raumes wird nicht mehr gesehen
  • Hindernisse auf der blinden Seite werden nicht gesehen
  • Die Hälfte des Raumes ist nicht mehr im Blickfeld
  • Fehlende Bilder werden vom Hirn ergänzt
  • Durch das eingeschränkte Sehen häufen sich Stürze

Lichtempfindlichkeit

Mit dem Alter werden die Augen lichtempfindlich. Die Kontrastempfindlichkeit nimmt zu und die Farbnuancen verschwimmen.
Probleme entstehen beim:

  • Erkennen von Gesichtern und der Mimik
  • Erkennen, ob ein Glas voll oder leer ist
  • Erkennen des Wertes von einem Geldstück
  • Zeitungslesen

Licht

Da die Augen im Alter lichtempfindlicher werden, werden sie sehr leicht geblendet. In diesem Fall ist der Übergang von einem beleuchteten Korridor in ein dunkle Zimmer ist schwer zu meistern. Das Auge kann sich nicht schnell genug anpassen. Häufig müssen ältere Menschen eine kleine Pause einlegen, um den Übergang vom Hellen ins Dunkle zu bewältigen.
Problemstellungen für blendempfindliche Menschen:

  • Starke Lichtquelle im Gesichtsfeld
  • Wechselnde Hell-Dunkel-Bereich, die das Auge ermüden
  • Lichtreflexionen am Boden

Mit einer Schirmmütze und einer Sonnenbrille kann man sich gegen das Licht von oben schützen. Es hilft, sich mit dem Rücken zum Fenster in einem Raum zu setzen. Für bettlägerige Menschen dürfen keine Lichtquellen an der Decke sichtbar sein. Mit Hilfe von Vorhängen und verstellbaren Jalousien lässt sich die Lichtmenge regulieren.

Ärztliche Behandlung

Ab dem Alter von 60 Jahren ist es ratsam, die Augen regelmäßig vom Augenarzt überprüfen zu lassen. Durch eine stetige Kontrolle lassen sich etwaige Erkrankungen früh erkennen und gut behandeln.
Heutzutage sind die medizinischen Behandlungsmöglichkeiten erheblich gestiegen, um das Augenlicht im Alter zu erhalten.

Allerdings sind Erkrankungen am Auge chronisch, d.h. sie bleiben bestehen. Eine kontinuierliche Behandlung und Kontrolluntersuchungen sind im Alter unerlässlich.

Text:
Informationen des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e.V.

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Internetseite des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes e.V.
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Evangelischer Blinden- und Sehbehindertendienst Württemberg e.V.
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Blinden- und Sehbehindertenverband Württemberg e.V.