Krisen im AlterSeelsorge in Zeiten der Pandemie im Altenpflegeheim

1. Ehrenamtliche Seelsorgende

Zum Schutz der Kranken und Geschwächten bittet der Oberkirchenrat darum, Sorge dafür zu tragen, dass ehrenamtliche seelsorgliche Besuche in Alten- und Pflegeheimen und Krankenhäusern bis auf weiteres ausgesetzt werden.

2. Hauptamtliche Seelsorgende

Hauptamtlich Seelsorgende, auch Seelsorgende mit einem Teilauftrag in Krankenhäusern oder Altenheimen, bleiben dienstverpflichtet. Sie sind bereit zur Seelsorge, wenn sie gerufen werden, insbesondere in Sterbefällen. Sie stimmen sich jeweils mit den von ihnen betreuten Einrichtungen ab, wie verfahren werden soll, und unterliegen den hygienischen Bedingungen, die für das Pflegepersonal gelten und müssen von den Einrichtungen gegebenenfalls mit Schutzmaterial ausgestattet werden. Auf die Möglichkeiten der telefonischen und digitalen Erreichbarkeit ist besonders hinzuweisen. Gottesdienste in Krankenhäusern und Altenpflegeheimen dürfen nicht mehr stattfinden. In kleinen Krankenhäusern und Altenpflegeheimen, die von den zuständigen Ortspfarrerinnen und- pfarrern betreut werden müssen die Kollegen*innen Zutritt bekommen, wenn sie zur Begleitung Strebender gerufen werden. Auch sie unterliegen dann den hygienischen Bedingungen, die für das Pflegepersonal gelten und müssen von den Einrichtungen gegebenenfalls mit Schutzmaterial ausgestattet werden.

Hausbesuche bei Gemeindegliedern, die unter Qurantäne stehen, sind von amtlicher Seite verboten. Bitte nehmen Sie gegebenenfalls telefonisch mit den Betroffenen und deren Angehörigen Kontakt auf. In jedem Fall gilt, dass alle Seelsorgenden auf sich und auf die Kranken und Geschwächten achten sollen und sich bei eigenen Anzeichen von Krankheit zurückziehen.

Stand: OKR Stuttgart 17. März, 11:52 Uhr

Unterstützung von Bewohnern*innen in Pflegeheimen

Es muss die Überzeugung vermittelt werden: Du bist nicht vergessen, Du bist im Leben Deiner Vertrauten sehr präsent". Diese Überzeugung lässt sich auch dann stärken, wenn face-to-face Kontakte nicht möglich sind. Briefe, die von Enkel-oder Urenkelkindern angefertigten Bilder, Telefonate, Mail-;Skype- oder WhatsApp- Kontakte sind hier wichtige Hilfen. Enge Kontakte, die die Bewohnerinnen und Bewohner mit Menschen gepflegt haben, die regelmäßig zu Besuch kamen, müssen nun durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kompensiert werden.

Seelsorge in Krisenzeiten

Für gläubige Menschen fällt - aktuell - mit der Seelsorge ein wichtiger Aspekt der Lebensgestaltung fort. Aus diesem Grunde sind Gebetsforen und Gottesdienste, die über elektronische Medien ausgesandt werden, sowie in regelmäßigen Zeitabständen ausgesandte Briefe aus der Mitte der Gemeinde und der Pfarrämter sehr wichtig. Die Botschaft muss lauten: Ihr seid nicht vergessen, ihr habt einen festen und bedeutenden Platz in der Gemeinde.

Institut für Gerontologie - Universität Heidelberg - Prof. Dr. Dr. h.c. Andreas Kruse

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