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Predigt "Osterglocken"

Ostergedanken sind Hoffnungsgedanken
Pfarrer Hans Gerstetter

 

Predigt über „Osterglocken“

Liebe Gemeinde!

„Narzissus und die Tulipan“ – Narzissen und Tulpen: Eigentlich sind wir noch ein wenig zu früh dran mit unserem Lied. In den meisten Gärten ist es noch nicht ganz so weit, dass diese beiden Frühlingsblumen nebeneinander blühen. Die Tulpen brauchen noch Zeit. 

Aber die Narzissen: Sie leuchten schon mit ihren gelben Blüten und verzieren so manchen Garten, manche Wiese. Kräftig leuchtende Frühlingsboten sind sie: Dass der Winter nun allmählich zu Ende geht; und eine neue, andere Zeit im Jahr jetzt kommt. 

Nach der Kälte wieder wärmere Tage; und man kann wieder nach draußen, Wärme und Sonne tanken, frische Luft einatmen. Nach langen dunklen Abenden und Morgenstunden wieder länger hell und beim Aufwachen schon das Tageslicht! Die Natur ist erwacht: Fast alles war wie erstorben, nun treiben die Knospen wieder und so manche Blüten öffnen sich.

Die Narzissen: gelb-leuchtende Frühlingsboten. Und ihre Botschaft vom Frühling tut gut. So mancher von uns, der sich schwer getan hat in der Winterzeit, spürt durch den Frühling ein Stück neue Lebenskraft.

Die gelben Narzissen als Frühlingsboten! - Diese Blumen haben nun aber auch noch einen anderen Namen. Wir nennen sie „Osterglocken“. Oster-Glocken, weil sie zur Osterzeit in voller Blüte stehen. Und Glocken, weil ihre Blüten uns an Kirchen-glocken erinnern.

Kirchenglocken läuten und laden uns ein: an Gott zu denken, zu beten; uns zu versammeln im Gottesdienst und auf sein Wort zu hören, miteinander zu singen. Dass wir so gestärkt von Gott unser Leben bewältigen, froh und dankbar werden für seine Gaben, getröstet werden durch seine Nähe.

So ist es ein heilsamer Klang, der von den Kirchenglocken ausgeht. Und es ist gut, auf sie zu hören.

Haben die Osterglocken auch so einen heilsamen Klang, eine Einladung für uns, die gut ist und gut tut?

Vielleicht dürfen wir ja sagen: Die Oster-Glocken läuten die Osterzeit ein. Und sie laden uns ein, dass wir unsere Gedanken auf Ostern richten: welche Stärkung, welchen Trost, welche Hoffnung da Gott für uns bereit hat.

Die Osterglocken können uns schon durch ihr Aussehen auf Ostern hinweisen – mit ihren Farben: Grün sind die Blätter und Stiele, gelb sind die Blüten.

Gelb als Farbe der Sonne. Und Teile der Blüten haben ja auch fast die Form einer Sonne mit ihren hellen Strahlen - Lichtstrahlen, die es hell werden lassen, wo es vorher dunkel war.

Am Karfreitag, als Jesus gestorben ist am Kreuz, da wurde es finster, und „die Sonne verlor ihren Schein“. Wie es auch dunkel wird, wenn unser Lebenslicht einmal erlöscht.

Doch nach der Finsternis am Karfreitag und der Dunkelheit im Grab hat Gott neu seine Sonne aufgehen lassen am Ostersonntag; und er hat Jesus neues Leben geschenkt aus dem Grab heraus.  -  So hat Gott uns gezeigt, dass seine Liebe stärker ist als der Tod. Sein Licht leuchtet auch da hinein, wo für unsere Augen alles zu Ende ist und wo wir nur schwarzsehen können.

Die Osterglocken mit ihren gelben Blüten – sie wollen uns einladen zu diesen Ostergedanken, Gedanken voller Hoffnung: Auch für uns wird einmal neu die Sonne scheinen – nach unserem Leben hier auf dieser Erde, nach unserem Tod. Gott will uns neues Leben schenken; und dann dürfen wir auf ewig bei ihm leben.

Ostergedanken sind Hoffnungsgedanken! Das sagen uns die Osterglocken auch mit ihren grünen Blättern und Stielen.

Grün als Farbe der Hoffnung: Wenn aus der dunklen Erde wieder ein grüner Spross hervorkommt – neues Leben, wo vorher alles tot war, abgestorben, nichts mehr zu sehen. Neues Leben durch Gottes Schöpferkraft, die er den Pflanzen schenkt.   Und für uns: neues, ewiges Leben durch die Kraft seiner Liebe, die uns niemals verloren gibt.

Liebe Gemeinde! Die Osterglocken laden uns ein, dass wir unsere Gedanken auf Ostern richten – auf Gottes Hoffnung und seinen Trost für uns. Und deshalb passen Osterglocken auch sehr gut auf den Friedhof. So sehen wir es auf unserem Liedblatt vorne: Auf einem Grab blühen und leuchten viele Osterglocken. 

Wer am Grab eines lieben Menschen steht, spürt viele traurige und dunkle Gedanken in sich. Aber in solche Gedanken hinein wollen die Osterglocken uns sagen: „Bei allem Schmerz darfst du Hoffnung haben für deinen lieben Verstorbenen. Weil er schon bei Gott leben darf in seinem Licht. Und es kann für dich ein Trost sein: Bei Gott, in seinem Licht dürfen wir einander einmal wiedersehen.“

Ja, liebe Gemeinde! Wenn die Oster-Glocken die Osterzeit einläuten, dann haben sie einen heilsamen Klang, eine Einladung für uns, die gut ist und gut tut. Amen.

 


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