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Kratzen und Aufreißen

Eine bestimmte Mal-Technik haben wir als Kinder während der Adventszeit im Kunstunterricht eingeübt. Ein weißes Blatt wird zunächst mit Wachsmalstiften in bunten Farben angemalt. Dann wird eine weitere, tiefschwarze Wachsschicht darübergelegt. Mit einer Stricknadel lassen sich jetzt in das schwarze Papier Linien und Flächen kratzen, Figuren von Menschen, Tieren, Bäumen oder Häusern. In den prächtigsten Farben erscheinen die Motive, hervorgeholt aus der dunklen Umgebung.

Sgraffito heißt die Technik, die schon in der Renaissance zum Dekorieren von Wandflächen diente. Das Kratzen im schwarzen Papier wurde mir seit Kindertagen zu einem Sinnbild. Farben kommen ans Licht aus dunklem Untergrund.
Hoffnung im Advent gleicht dem Kratzen an der Realität, die von unseren Sorgen und Nöten eingeschwärzt ist. Licht leuchtet in der Dunkelheit. Es trifft auf unsere Realität und macht sichtbar, was zu ihr gehört. Das Kratzen ist mein Teil. Das Aufreißen übernimmt ein anderer. Sein Aufreißen kommt meinem Kratzen entgegen. 

„O Heiland, reiß die Himmel auf, herab, herab vom Himmel lauf, reiß ab vom Himmel Tor und Tür, reiß ab wo Schloss und Riegel für.“ Friedrich Spee bringt die Hoffnung der ganzen Welt in sein Lied (EG 7). Sehen wir das Blümlein, den Trost, die klare Sonn, den schönen Stern, den König und Heiland?

© Pfarrer Gerd Ziegler, 2017

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