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Materialbörse

Monat August 2010

Schirme - Gott beschirmt uns


Idee: Im Sommer kann es sehr heiße Tage geben; so heiß, dass man kaum aus dem Haus kann, weil man es trotz der Sonnenschirme nicht im Freien aushalten kann.
Vielleicht wurde ein Gottesdienst im Grünen– unter Sonnen-Schirmen! – gefeiert.
Aber es gibt auch total verregnete Sommer,  in denen man ständig einen Regenschirm braucht- So erscheint der Schirm als ein wichtiges „Gerät“ im Sommer.

Material: verschiedene Schirme; auch Eis-Schirmchen
Schön ist auch das Bild: Der arme Poet;
möglich aus dem Struwwelpeter: Der Mohr

Glockengeläut

Begrüßung: Wir möchten jetzt gerne eine Andacht mit Ihnen halten. In dieser Andacht stehen Schirme im Mittelpunkt; Schirme, die uns schützen – gegen Sonne und gegen Regen. Und Schirme, die auch sonst noch zu so manchem gut sein können.

Wir feiern diese Andacht im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. (Alle): Amen.

Um Schirme soll es gehen – und um den Schutz den Schirme bieten. Und auch darum, dass Gott uns beschirmt und beschützt; dass er „Flügel über uns breitet“, wie es im Lied heißt:

Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren (EG 317)

Gebet (nach EG 806.3):
Mein Gott, ich bin im Laufe meines Lebens
so oft bewahrt geblieben in so mancher Gefahr.
Du bist bei mir gewesen und hast mich beschützt.
Ich weiß das wohl;
und doch überkommt mich immer wieder Angst.
Ich mache mir Sorgen, was wohl noch werden wird aus mir und meinem Leben.
Ich frage mich, ob du wirklich da bist für mich –
immer noch und immer wieder.
Gott, vergib mir, wenn ich an dir zweifle
und stärke meinen Glauben.
Lass mich deine Nähe spüren.
Sei du mein Schutz und mein Halt,
heute und allezeit.
Amen.

Ein Schirm oder auch mehrere Schirme wird / werden gezeigt. (Vielleicht ist auch ein verbogener oder löchriger dabei.)

Impuls:
- Schon oft haben wir erlebt, wie notwendig Schirme sein können.
- Schirme schützen: vor Sonne und Regen, vor Wind, vor Blicken …
- auf einen zugeklappten Schirm kann man sich aufstützen; er gibt Halt wie ein Spazierstock
- wenn es gefährlich wird, kann man sich mit einem Schirm auch wehren / verteidigen
- manchmal lässt man den Schirm irgendwo stehen oder hängen; dann fehlt er einem irgendwann
- mit manchen Schirmen verbinden sich Erinnerungen: an Menschen oder Erlebnisse
- es gibt auch noch ganz andere Schirme – zum Beispiel einen Fall-Schirm, einen Bild-Schirm; jemand übernimmt die Schirm-Herrschaft

Im Gespräch mit den Bewohnern kann es gehen um:
- Schirme, die ich hatte oder habe (bunte, dunkle, kleine, große…)
- Erlebnisse „unter Schirmen“

In der Bibel ist der Schirm ein Bild dafür, dass und wie Gott uns auch sonst im Leben beschützt. (Es mag uns erstaunen, dass bereits in den Psalmen vom „Schirm Gottes“ erzählt wird. Gab es denn damals schon Schirme? – Das Wort, das im hebräischen Urtext der Psalmen verwendet wird, bedeutet auch: Zufluchtsort; Versteck; Schutzraum … - und so ist es ja auch zu verstehen.)

Wir hören Verse aus Psalm 91
Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt
und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt,
der spricht zu dem HERRN:
Meine Zuversicht und meine Burg,
mein Gott, auf den ich hoffe.
Er wird dich mit seinen Fittichen decken,
und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln.
Seine Wahrheit ist Schirm und Schild,
dass du nicht erschrecken musst vor dem Grauen der Nacht, vor den Pfeilen, die des Tages fliegen.
Denn der HERR ist deine Zuversicht,
der Höchste ist deine Zuflucht.
Es wird dir kein Übel begegnen,
und keine Plage wird sich deinem Hause nahen.
Denn er hat seinen Engeln befohlen,
dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen,
dass sie dich auf den Händen tragen
und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.
Er liebt mich, darum will ich ihn erretten; spricht Gott;
er kennt meinen Namen, so will ich ihn schützen.
Er  ruft mich an, darum will ich ihn erhören;
ich bin bei ihm in der Not,
ich will ihn herausreißen und zu Ehren bringen.
Ich will ihn sättigen mit langem Leben
und will ihm zeigen mein Heil.»

In der Bibel wird uns eine Geschichte erzählt, in der ein Mensch zwar nicht unter einem Schirm Zuflucht findet – sondern in einer Höhle. Aber es ist doch auch ein Erlebnis von Beschirmt-Werden. 
Erzählt wird von David. Er war als Musiker an den Hof des Königs Saul gekommen. Und oft half seine Musik, wenn Saul in trüber Stimmung war. Aber oft war Saul auch eifersüchtig auf David. Denn Saul wusste wohl, dass David sein Nachfolger werden sollte. Dann wurde Saul wütend und wollte David sogar töten.
David kann fliehen. Aber Saul verfolgt ihn. Und bei dieser Verfolgung geschah es:
1. Buch Samuel im 24. Kapitel:

David in der Höhle
Es war ein heißer Tag. David wanderte über die Berge. Eine Schar Männer begleitete ihn. Plötzlich schaute David auf. Wen sah er dort kommen? König Saul mit seinen Soldaten!
Schnell versteckte sich David mit seinen Begleitern in einer Höhle. Da saßen sie nun im Dunkeln und sahen gespannt hinaus auf den Weg. Keiner rührte sich. Keiner sagte ein Wort. Plötzlich stand Saul am Eingang der Höhle. Er schaute hinein. Den Männern stockte der Atem. Ob Saul sie entdeckte?
Nein, er bemerkte sie nicht! Er rief seinen Soldaten zu: „Steht still! Wir machen hier Pause." Und er legte sich am Eingang der Höhle auf die Erde, nahm seinen Mantel als Decke und schlief ein. David und seine Männer trauten ihren Augen nicht. Da lag Saul vor ihnen auf der Erde und schlief friedlich. Saul ahnte ja nicht, wer in der Höhle versteckt war.
„Auf, David!" flüsterten die Freunde. „Jetzt ist Saul in deiner Hand. Töte ihn auf der Stelle! Jetzt oder nie! Warum zögerst du noch?" Da stand David auf und schlich sich zu Saul. Er nahm sein Schwert, packte Sauls Mantel und schlug zu. Zitternd hielt er in seinen Händen ein Stück von Sauls Mantel.
Sein Herz klopfte. Ob Saul ihm vergeben würde, was er getan hatte? Leise schlich er sich wieder zurück. Aber seine Freunde schüttelten den Kopf.
„David, was soll das? Warum hast du Saul nicht getötet? Traust du dich nicht? Dann tun wir es für dich." Doch David hielt sie zurück. „Nein!" flüsterte er. „Tut es nicht! Dazu habt ihr kein Recht! Ich warne euch. Habt ihr vergessen, wer Saul ist? Der König, den Gott gesalbt hat!"
Endlich wachte Saul auf. Er stand auf, legte seinen Mantel um, rief seine Soldaten und zog mit ihnen weiter, um David zu fangen. Da kam David schnell aus der Höhle hervor.
„Mein König!" rief er laut hinter Saul her. „Warum jagst du mich wie deinen schlimmsten Feind? Sieh doch! Ich war in der Höhle, als du dort schliefst.
Aber ich habe dir nichts angetan. Nur dieses Mantelstück habe ich abgeschnitten. Glaub mir doch endlich: Ich bin nicht dein Feind."
 „David!" rief Saul bewegt. „Du bist besser als ich. Ich habe dir Unrecht getan." Und er fügte leise hinzu: „Ich weiß, dass du einmal König wirst. Aber, bitte, versprich mir: Wenn du dann König bist, verschone meine Familie!" Da versprach es ihm David. Saul aber zog wieder heim und nahm sich vor, David nicht mehr zu verfolgen.

In dieser Geschichte werden eigentlich zwei Männer beschirmt, und das auf mehrfache Weise:
- David findet Zuflucht vor seinem Verfolger Saul
- Saul wird von David verschont
- David wird davor bewahrt, Schuld auf sich zu laden.
Bei einer Begegnung auf freiem Feld wäre die Geschichte sicher anders ausgegangen. So aber war die Höhle ein Schutzraum, in dem David „in sich gehen“ und daher sehr besonnen handeln konnte.

Sicher bietet es sich an, hier noch einmal ins Gespräch zu kommen:
- Erlebnisse von Bewahrung und „Beschirmt-Werden“
- aber auch: Enttäuschungen; Gefühl von Verlassenheit und Schutzlosigkeit
- und sicher auch: warum werden die einen bewahrt und andere nicht? – So jedenfalls erleben wird es immer wieder.

Hinweis: der Psalm ist keine „Garantie-Zusage“ dafür, dass Gott immer und überall alle Menschen bewahrt. Dazu kennen wir die Realität des Lebens zu gut.
Wohl aber soll er uns Mut machen und Halt geben, dass wir Gott vertrauen; dass wir uns ihm anvertrauen, wenn’s „brenzlig“ wird in unserem Leben. Wir sollen und dürfen damit rechnen, dass es eine bewahrende Macht gibt in unserem Leben.

Martin Luther King: Wenn unsere Tage verdunkelt sind und unsere Nächte finsterer als tausend Mitternächte, so wollen wir daran denken, dass es in der Welt eine große, segnende Kraft gibt, die Gott heißt. Gott kann Wege aus der Ausweglosigkeit weisen. Er will das dunkle Gestern in ein helles Morgen ver-wandeln – zuletzt in den leuchtenden Morgen der Ewigkeit.

Ohne dieses Vertrauen könnten wir das Leben gar nicht wagen; ohne dieses Vertrauen müssten wir uns immerzu fürchten. So aber können wir getrost dem entgegensehen, was kommt.
Und der Psalm lädt uns ein, erfahrene Bewahrung nicht als Zufall oder „Glück“ zu betrachten und sie auch nicht als etwas Selbstverständliches hinzunehmen, sondern Gott dafür zu danken. (Dankbarkeit ist die Wachsamkeit der Seele gegen die Kräfte der Zerstörung)

Liedvorschlag: Meinem Gott gehört die Welt, EG 408 – besonders die Strophe 3
oder: Jesu, meine Freude, EG 396 – besonders die Strophe 2
oder ein Lied aus dem „Fundus“; z. B.  Großer Gott …

Gemeinsam gesprochenes Vater unser


Schlusslied: je nachdem, was noch nicht gesungen wurde:
- Großer Gott, wir loben dich
- Nun danket alle Gott

-Friedenswunsch reihum an alle; dazu die Hand geben
- Friede sei mit dir!
- Gottes Segen sei mit dir!
- (oder ein ähnlicher Wunsch)

Schluss-Strophe:
- Unsern Ausgang segne Gott
- oder ein Abendlied (Herr, bleibe bei uns …)

Segen


© Pfarrerin Irmtraut Endreß, Leonberg, und "Arbeitskreis Andacht im Samariterstift Leonberg"


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