Wer dem nachspürt, was es für den sterbenden Menschen zu sehen, zu hören, zu riechen, zu tasten und zu schmecken gibt, entdeckt rasch konkrete Ansatzpunkte.
Beleuchtung (sehen)
In vielen Krankenzimmern gibt es rund um die Uhr eine Lichtquelle. Wenn das Zimmer zum Schlafen abgedunkelt ist, wird es morgens von der Sonne erhellt. Sollte es in der Mitte oder als Abschluss der Nacht ein Bedürfnis nach Helligkeit geben, empfiehlt sich ein gedämpfter „Lichtbeginn“ (Dimmer).
Wie beginnt für sterbende Menschen die Nacht? Werden die Neonlichter einfach ausgeschaltet, so dass es schlagartig dunkel wird, oder brennt noch eine halbe Stunde lang eine Kerze? Demenziell erkrankte Menschen brauchen viel Helligkeit!
Zimmergestaltung (sehen)
Gibt es vertraute Möbel und Gegenstände im Zimmer? Was hängt an der Wand: Bilder, Fotos, ein Kalender, der die Monate, die Tage anzeigt mit Texten, Sprüchen, Bildern?
Luftreinheit (riechen)
Es empfiehlt sich, dass ständig gute Luft im Zimmer ist. Selbst das Fensteröffnen kann, wenn es regelmäßig geschieht (nach dem Frühstück oder nach dem Morgensegen), zu einem vertrauten und wohltuenden Ritus werden.
Gerüche (riechen)
Mit diversen Ölen und Öllämpchen können Gerüche verbreitet werden, so sie erwünscht sind. Abwechselnde Gerüche – morgens anregend, abends beruhigend – können dem Tag auch „geruchliche Strukturen“ schenken.
Bettwäsche (tasten/spüren)
Kinder lieben im Krankenhaus ihnen vertraute Bettwäsche. Die Augen, aber auch das Spüren und Tasten spielen hier eine große Rolle. Empfinden alte Menschen im Pflegeheim ebenso?
Getränke (schmecken)
Der Tagesablauf von gesunden Menschen wird strukturiert durch das Glas Orangensaft und die Tasse Kaffee am Morgen, das Apfelsaftschorle zwischendurch, dann gibt es die Teestunde und das Bier zum Vesper. Beim gemütlichen Reden kommt die gute Flasche Wein zum Zug. Ist so etwas auch beim sterbenden Menschen als Hilfe, den Tag zu strukturieren, denkbar?
Worte (hören)
Wie begrüße ich den Heimbewohner bzw. die Sterbende? Was wollen allein meine Stimme und mein Tonfall ihnen mitteilen? Denkbar sind ein forscher, fröhlicher Gruß, ein gedämpfter, warmer Gruß oder eine körperliche Berührung noch vor oder während des Grußes.
Was hört die Sterbende bereits aus meiner Stimme, meiner Lautstärke, meiner Betonung heraus? Aufmunterung, Anteilnahme, Wärme und Herzlichkeit oder etwa Lustlosigkeit und Stress, Teilnahmslosigkeit und Überforderung?
Musik (hören)
Kenne ich den Musikgeschmack des Sterbenden? Muss er den meinen teilen? Gibt es feste Zeiten zum Musikhören oder Fernsehen?