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Hospizarbeit in Baden-Württemberg

Begleitung gilt unabhängig von Erkrankung und von Hautfarbe

Hospizgruppen wenden sich unheilbar kranken und sterbenden Menschen und ihren Angehörigen zu.

Sie tun dies mit dem Ziel mitzuhelfen, dass Menschen ihren letzten Lebensabschnitt in der ihnen angemessenen Weise gestalten und in möglichst menschenwürdiger Weise sterben können. Sie werden dabei geleitet von der Grundüberzeugung, dass jedem Menschen, auch dem leidenden und sterbenden Menschen, bedingungslose und uneingeschränkte Menschenwürde zukommt.

In Baden-Württemberg gibt es ca. 250 ambulante Hospizdienste/ Hospizgruppen/ Sitzwachen mit rund 5000 ehrenamtlichen Hospizmitarbeitenden. Sie begleiten Sterbende und ihre Angehörigen zu Hause oder in Institutionen wie im Altenpflegeheim und im Krankenhaus. Viele stehen auch in der ersten Zeit der Trauer den Hinterbliebenen zur Verfügung. Die ehrenamtlichen Hospizmitarbeiterenden werden für ihren Dienst vorbereitet und erhalten Unterstützung durch regelmäßige Praxisbegleitung / Supervision und persönliche Gespräche.

Die Hospizarbeit hat christliche Wurzeln, doch arbeitet sie überkonfessionell und achtet die Religiosität und Spiritualität des Einzelnen.

Geleitet werden die Dienste und Gruppen von Fachkräften und Einsatzleitungen, die teilweise hauptamtlich angestellt sind. Sie sind Ansprechpartner für Patienten, Angehörige und für Kooperationspartner wie Pflegedienste, Brückenpflege und Ärzten.

„Die Hospizarbeit hat christliche Wurzeln, doch arbeitet sie überkonfessionell und achtet die Religiosität und Spiritualität des Einzelnen. Das Angebot der Begleitung gilt unabhängig von der Erkrankung und auch unabhängig von der Hautfarbe. Es geht um den Menschen, der Hilfe braucht. Daher ist dieser ambulante Dienst auch kostenlos.“

Seit 2002 ist gesetzlich geregelt, dass die ambulante Hospizarbeit unter bestimmten Bedingungen, die in einer bundesweit geltenden Rahmenvereinbarung festgelegt wurden, von den Krankenkassen gefördert werden kann. 2004 wurden in Baden-Württemberg 101 Dienste mit gut 1,75 Millionen Euro gefördert.

Vierzehn Stationäre Hospize gibt es derzeit in Baden-Württemberg. Es sind eigenständige Einrichtungen, die zwischen sechs und neun Patienten aufnehmen können. Sie betreuen und begleiten Sterbende in den letzten Wochen, wenn bei bestimmten Krankheits- oder Krisensituationen eine Pflege zu Hause nicht mehr möglich ist. Im stationären Hospiz arbeitet ein interdisziplinäres Team – unterschiedliche Professionen, Haupt- und Ehrenamtliche – zusammen.

 

Annegret Thierhoff, in: Evangelische Landeskirche in Württemberg / Diakonisches Werk der evangelischen Kirche in Württemberg e.V. (Hrsg.) V.i.S.d.P. Dr. Antje Fetzer, Ich will euch tragen. Handbuch, Arbeitshilfe für die Seelsorge in der Altenpflege, 2006, S. 107-108.

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