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Verzeihen - Vergessen

© Peter Gaymann. Aus dem Buch DEMENSCH. Texte und Zeichnungen. 2015.  www.demensch.gaymann.de

© Peter Gaymann. Aus dem Buch DEMENSCH. Texte und Zeichnungen. 2015. www.demensch.gaymann.de

Sie schmunzeln über diese Karikatur? Wenn ja, warum? Wenn ja, stellt sich die Frage: Darf man über an Demenz Erkrankte lachen? Gewiss, es ist eine Gratwanderung. Auslachen geht gar nicht, aber miteinander lachen - das schon. 

Stellen Sie sich vor, sie stehen neben der Frau. Was würden Sie ihr sagen? Die alte Frau auf der Karikatur hat das Dorf hinter sich gelassen, sie ist allein unterwegs. Sie bleibt an dem Bildstock stehen, schaut auf zu Jesus am Kreuz. Das Bild ist ihr gewiss vertraut. Es scheint eine fromme Frau zu sein, vermutlich katholisch.
Wie oft mag sie den Leidensweg Jesu nachgegangen sein? Das hat sie bestimmt vergessen. Demenz-Erkrankte vergessen ja viel. Diese alte Dame aber weiß zumindest, dass sie viel vergisst. Sie erkennt auch Jesus am Kreuz und spricht mit ihm, ganz vertraut, per du. Sie erinnert sich, dass Jesus verzeiht und vergibt.
Und dann stellt sie einen Zusammenhang her, der erstaunlich ist und uns zum Schmunzeln bringt: Verzeihen und Vergessen kommen letztendlich aufs Gleiche raus! Ob verzeihen oder vergessen – es belastet sie nicht mehr. Ich glaube, dass diese alte Frau mit sich im Reinen weitergeht und ich würde ihr vielleicht bestätigend sagen: „Da sind sie jetzt aber ganz erleichtert!“

Mit welchen Gedanken gehen wir Orientierte weiter?

Was vergessen wir?
* uns und unsere Sicht der Dinge
* alte, ausgetretene Wege    
* den Hass

Was erinnern wir?
* immer neu beginnen können
* sich selbst zu verschenken
* die Liebe üben
* uns miteinander verbünden,

denn da berühren sich Himmel und Erde, da wird Frieden!

„Wo Menschen sich vergessen, die Wege verlassen und neu beginnen, ganz neu, 
da berühren sich Himmel und Erde, dass Frieden werde unter uns. 
Wo Menschen sich verschenken, die Liebe bedenken und neu beginnen, ganz neu, 
da berühren sich Himmel und Erde, dass Frieden werde unter uns. 
Wo Menschen sich verbünden, den Hass überwinden und neu beginnen, ganz neu, 
da berühren sich Himmel und Erde, dass Frieden werde unter uns.

(NL Nr. 93)

Diakonin Ruth Dittus

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