Literatur und Filme - - Erstellt von Stephanie Quitterer

„Hausbesuche. Wie ich mit 200 Kuchen meine Nachbarschaft eroberte“ von Stephanie Quitterer

Es ist ein sehr unterhaltsames Buch, das von 2893 gedrückte Klingeln, 200 gebackene Kuchen, 200 kennengelernte Menschen und einem Projekt erzählt. Es vermittelt, wie Nachbarschaftsarbeit entstehen kann und liefert nebenbei auch noch Kuchenrezepte.

Nach der Geburt ihrer ersten Tochter zieht Stephanie Quitterer zu ihrem Mann in ein Berliner Stadtviertel. In diesem Quartier verschlechtert sich die Grundstimmung durch die Gentrifizierung zusehends. Die alteingesessene Bevölkerung wird durch Umbau und Sanierung verdrängt und fürchtet um bezahlbaren Wohnraum. Besonders junge Mütter, noch dazu neu hinzugezogene, bekommen von allen Seiten kritische Blicke zugeworfen. Um ihre neue Nachbarschaft besser kennenzulernen und um sich dort wohl fühlen zu können, schließt die Autorin mit sich selbst eine Wette ab: Sie will sich selbst in 200 Tagen in 200 fremde Wohnungen zum Kaffeekränzchen einladen. "Hausbesuche" ist keine Fachliteratur zum Thema „Sorgende Gemeinde werden“, sondern ein realer und unterhaltsamer Einblick in ein mutiges Experiment. Es macht die notwendige Haltung deutlich, mit der sich Beziehungen gestalten und Nachbarschaftsprojekte entwickeln lassen. Ein Mutmachbuch für Ehrenamtliche – nicht nur in der Besuchsdienstarbeit. 
Stephanie Quitterer, Haubesuche. Wie ich mit 200 Kuchen meine Nachbarschaft eroberte, Knaus-Verlag, 240 Seiten, ISBN: 978-3-8135-0685-3 Martina Jakubek, Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern

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