Gottesdienste und Predigten - - Erstellt von Diakonin Ruth Dittus

Gründonnerstag - Der Herr ist mein Hirte

Jesus seine Freunde auf das vor was kommen wird:

auf sein Leiden und auf seinen Tod. Jesus macht ihnen nichts vor. Aber er will sie nicht in Hoffnungslosigkeit stürzen, sondern ihren Blick öffnen und weiten.

Der Herr ist mein Hirte
Diakonin Ruth Dittus, Asperg 

Votum

Lied:
EG 361 "Befiehl du deine Wege"

Psalmgebet: (Ps.23)
"Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Auge und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele und führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal fürchte ich kein Unglück,
denn du bist bei mir. Dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar."
Amen.

Lied
"Der Herr ist mein Hirte"

Jesus spricht:
Die Zeit ist gekommen, dass des Menschen Sohn verklärt werde.
Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Es sei denn, dass das Weizenkorn in die Erde falle und ersterbe, so bleibt es allein, wo es aber erstirbt, so bringt es viele Früchte.
Jetzt ist meine Seele betrübt. Und was soll ich sagen? Vater, hilf mir aus dieser Stunde. Und wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich sie alle zu mir ziehen.

Predigt zu Joh.12, 20-33 (Auszug)

Liebe HeimbewohnerInnen,

in diesem Text bereitet Jesus seine Freunde auf das vor was kommen wird:
auf sein Leiden und auf seinen Tod. Jesus macht ihnen nichts vor. Aber er will sie nicht in Hoffnungslosigkeit stürzen, sondern ihren Blick öffnen und weiten.
Jesus gebraucht dazu das Bild des Weizenkorns, das in die Erde fällt und stirbt.
Jesus verschweigt nicht, dass das Weizenkorn dabei allein gestellt ist.
Er weiß um die Einsamkeit, die er in der Stunde seines Leidens erfahren wird.
Er weiß um die Verlassenheit.
Er weiß, dass der Mensch im Tod die letzte Einsamkeit seines Lebens erfährt und dass niemand sie ihm abnehmen kann.
Jesus bleibt dabei aber nicht stehen: Gerade in dieser Dunkelheit beginnt neues Leben. Gerade in dieser Hoffnungslosigkeit keimt Hoffnung auf - dann wenn das Weizenkorn stirbt, bringt es Frucht.
Diese Frucht hat ganz konkrete Namen, konkrete Hoffnung für uns heute.
Diese Hoffnung kann heißen: Versöhnung - Freude - Frieden - Leben - Auferstehung.
Hoffnung, die über den Tod hinaus ins Leben reicht.
Sie beginnt nicht erst nach unserem Tod, sondern diese Hoffnung blüht schon jetzt.
Sie blüht da auf, wo Menschen sich selbst, ihr Leben nicht krampfhaft festhalten, sondern loslassen, sich verschenken, teilen: ihre Zeit, ihren Besitz, ihr Leben.
Dieses Loslassen, dieses Teilen tut auch weh und schmerzt.
Doch - es ist der einzige Weg für die  Hoffnung.
In dieser Zeit vor Ostern geht es immer wieder um das Geheimnis des Lebens.
In unserem Leben bleibt uns der Tod in seinen vielfältigen Formen nicht erspart.
Ganz gleich, welche Namen er hat: Trennung, Abschied nehmen, Krankheit, Verlassenwerden, Armut.
Jetzt in dieser Stunde können wir davon ausgehen, dass viele Menschen solche Todeserfahrungen im Kleinen machen.
Da sitzt ein alter Mann einsam an seinem Tisch und blickt ins Leere.
Da erfährt eine Frau von ihrer tödlichen Krankheit.
Da muss sich eine Frau damit abfinden, dass ihre Kinder sie einfach -ohne sie zu fragen- im Altenheim abgegeben haben.
Gewiss schreckliche Erfahrungen. Doch Jesus gibt uns Hoffnung.
Er hat es selbst erfahren. Gott lässt ihn nicht im Stich. Er hat ihm neues Leben gegeben.
Und wenn wir jetzt dann das Abendmahl feiern: In einem kleinen Stück Brot können wir spüren: Jesus ist das Leben, er ist die Kraft, die neues Leben, neue Hoffnung, neuen Mut schenkt.
Aber der Weg mit Jesus führt nicht am Tod, an Angst und Sorgen vorbei - sondern mitten durch sie hindurch zum Leben.

Amen.

Musik

Miteinander wollen wir nun das Abendmahl feiern.
Wir rechnen mit Gottes Gegenwart, seinem Geist und seiner Liebe,
wenn wir beten:
Jesus Christus!
Dich rufen wir an als den, der Tiefen des Lebens kennt, die Tiefen der Angst, des Leidens und die Nacht des Todes.
Dich rufen wir an als den, der das Werk des Heils vollbracht hat.
Mit Gottes Liebe hast du die Fülle des Lebens zu uns gebracht.
Lass uns dein Kreuz zu einem Zeichen der Hoffnung werden.
Wenn auch unser Weg in die Tiefe führt, in Dunkelheit, in Leid und Schmerz,
wenn Sorgen und Kummer uns niederdrücken,
wenn Abschiede zu verkraften sind, dann gib du uns dein Kreuz als Zeichen der Hoffnung, als Zeichen der Nähe Gottes, damit wir Zuversicht schöpfen, dass du uns nicht verlassen wirst, sondern bei uns bist.

Gott, wir kommen zu dir mit allem was uns belastet.
Du kennst uns, du weißt um unsere Sorgen und Ängste.
Sei du jetzt mitten unter uns.
Vergib uns, was zwischen uns untereinander und zwischen dir und uns steht.
Vergib uns unsere Lieblosigkeit, unsere Hoffnungslosigkeit, unsere Gleichgültigkeit. Alles, was uns belastet, bringen wir jetzt in der Stille vor dich und bitten dich:
Vergib uns unsere Schuld.

--- Pause ---

Zuspruch

Freut euch! Der große Gott hat sich über euch erbarmt und vergibt euch alle eure Schuld. Was gewesen ist, soll euch nicht mehr beschweren.
Was kommt, soll euch nicht schrecken.
Gottes Gnade sei mit euch. Gott sei eures Lebens Kraft und Licht.

Amen.

Einsetzungsworte

Hört nun die Worte der Einsetzung des Heiligen Abendmahls:
Der Herr Jesus in der Nacht in der er verraten ward und mit seinen Jüngern zu Tische saß, nahm das Brot, sagte Dank, brachs, gabs seinen Jüngern und sprach:

Nehmet hin und esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird.
Das tut zu meinem Gedächtnis.

Desgleichen nach dem Mahl nahm er den Kelch, sagte Dank, gab ihnen den und sprach:

Trinket alle daraus, das ist mein Blut des neuen Bundes, das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.
Das tut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtnis.

Christe, du Lamm Gottes,

Herr Jesus Christus, du bist das lebendige Brot, das Licht der Welt.
Du schenkst uns deine Gemeinschaft.
Schließe uns mit dir so fest zusammen, dass niemand und nichts uns aus deiner Hand reißen kann.
Und nun - seid bereit.

Austeilung

Nimm und iss vom Brot des Lebens.
Nimm und trink vom Kelch des Heils.

Entlasswort

Dennoch bleibe ich stets an dir, denn du hältst mich bei meiner rechten Hand.
Du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende in ihren an.
Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde.
Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit
meines Herzens Trost und mein Teil.

Geht hin im Frieden Gottes.

Dankgebet

Herr Jesus Christus, wir danken dir für das, was wir durch dich empfangen.
Wenn es kalt ist um uns, wärme uns mit deiner Liebe.
Und lass uns auch einander Wärme geben.
Wenn wir einsam sind, begleite uns du mit deinem Wort.
Und lass uns einander gute Worte schenken.
Bewahre uns in dunklen Stunden und lass uns nicht irre werden, was
auch immer kommen mag.
Gib uns gute Gedanken und Zuflucht und Geborgenheit unter deinen Händen.
Bewahre uns in deiner Liebe und erhalte in uns die Hoffnung, dass du alles zu einem guten Ziel bringst.

Amen.

Vater unser

Lied "Im Frieden dein"

Segen