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Sommergedanken

Der Sommer hat seinen Einzug gehalten. Hoffentlich vertragen Sie, liebe alte Menschen, die Hitze gut. Und hoffentlich können Sie, liebe Mitarbeiter, sich in den Sommerferien gut erholen, und dann die Mehrarbeit, die durch Urlaube entsteht, mit gelassener Tatkraft ausgleichen.

Für die Monate Juli und August gibt es 2 Monatssprüche.
Juli: “Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung.“ (Philipper 1,9)
In seinem Brief an die Philipper betet Paulus für seine Gemeinde. Er weiß: Liebe hat mit Erkenntnis zu tun. Er weiß: Im Laufe eines Menschenlebens wird die Liebe immer reicher. Wie das? Normalerweise denken doch viele: „jetzt, wo ich älter werde, habe ich viel weniger Liebe. Früher, als ich noch verheiratet war, hatte ich doch viel mehr Liebe. Jetzt bin ich nur noch eine Last und zu nichts mehr zu gebrauchen.“ Doch Paulus meint hier nicht die erotische Liebe zwischen 2 Menschen. Er meint die Agape, die Nächstenliebe. Und sie kann im Laufe eines Lebens zunehmen. Früher, als ich noch sehr jung war, habe ich sehr schnell gesagt: der ist mir sympathisch und der nicht. Forschungen belegen, dass Menschen im Bruchteil einer Sekunde entweder Sympathie oder Antipathie einem anderen Menschen gegenüber empfinden und dann entsprechend entscheiden: mit dem kann ich und mit dem nicht. Aber auf dieser Ebene geht es letztendlich um die Philia, die Freundesliebe. Die Agape, die Nächstenliebe, hat eine andere Qualität. Sie ist eine Liebe der Tat und der menschenfreundlichen Haltung allen Menschen gegenüber. Wer ist mein Nächster? Das Wort sagt es bereits. Der, der mir im Moment gegenüber ist. Es geht nicht darum, dass ich diesen mag. Es geht darum, dass ich ihn als Gottes Geschöpf sehe und achte und ihm als solchem wohlgesonnen bin. Es geht darum, dass ich ihn erkenne als Persönlichkeit mit seinen Licht- und Schattenseiten. „Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und Erfahrung.“ Sie, liebe alte Menschen merken vielleicht auf Grund Ihrer Lebenserfahrung, wie ein Mensch ist. Die Menschenkenntnis nimmt im Laufe eines Lebens sozusagen „automatisch“ zu. Aber tut das auch die Agape, die Nächstenliebe? Bei manchen ja, bei manchen nein. Das Problem bei der christlichen Nächstenliebe ist, dass sie manchmal zur Heuchelei und zur Überförderung führt. Das geschieht dann, wenn wir sie mit der Sympathie oder Antipathie vermischen. Das geschieht dann, wenn wir sie von Gott und seiner Liebe zu allen Menschen loslösen. An anderer Stelle heißt es: „Lasset uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt!“ In dieser Bibelstelle wird deutlich: Gott liebt uns. Deswegen können wir andere Menschen lieben. Durch das Gebet empfangen viele Menschen die Kraft, andere zu achten und zu ehren. Durch das Gebet kann die Agape reicher werden an Erkenntnis und Erfahrung. Wir lernen täglich dazu bis zum Sterben und selbst dann müssen wir noch lernen loszulassen und zu sterben – in Liebe und Erkenntnis.

August: „Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag und stehe nun hier und bin sein Zeuge bei Groß und Klein.“ (Apostelgeschichte 26,22).
Es ist schön, wenn ein Mensch das von sich sagen kann. Bei allen Krisen, bei allen Höhen und Tiefen, die zum Leben gehören, sagt der Gläubige hier: „Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag.“ Mögen auch Sie, liebe Leser/innen das so sagen können. Seien Sie getrost: Gott hat geholfen, Gott hilft, Gott wird helfen, ER der EWIGE, der da ist, der da war und der da sein wird. Deswegen können wir Zeuge von ihm sein bei Groß und Klein mit unserem Verhalten, mit unserer Menschenkenntnis, mit unserer Liebe, mit unserem Singen und Beten, mit seinem Wort - der Heiligen Schrift.
Einen erfüllten Sommer wünscht Ihnen von Herzen

Ihre Pfarrerin Birgit Enders

 

 

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