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Materialbörse

Einzug ins (Pflege-)Heim

Ein neuer Lebensabschnitt beginnt...

Zur Entlastung aller Beteiligten und damit wichtige Informationen nicht verschütt gehen oder vergessen werden sollte ein Einzug ritualisiert stattfinden.

Ein Vorschlag, der je nach Gelegenheit und Möglichkeit des Hauses modifizierbar ist:

Ein großer, bunter Blumenstrauß wird besorgt. Jede anwesende Pflegekraft stellt sich kurz vor und überreicht eine Blume mit dem Wunsch, das Leben im Heim möge so bunt werden wie dieser Blumenstrauß. Dann singen alle zusammen ein (eingeübtes) Willkommenslied oder lesen einen kleinen Willkommenstext.
Eine kleine Hausführung schließt sich an (eventuell nur für die Angehörigen). Dabei wird auch ein Blick in das neue Zimmer geworfen, das ein Bild, eine Decke, einen Lehnstuhl oder sonst etwas sehr Wichtiges aus dem ehemaligen Zuhause schon enthält und ein wenig Heimatgefühl vermittelt. Dies muss natürlich im Voraus heimlich organisiert werden, damit die Überraschung gelingt.
Dann sollte möglichst die nachmittägliche gemeinsame Kaffeerunde stattfinden, damit die Bewohner miteinander bekannt gemacht werden können. Auch hierbei kann ein Spiel oder ein Ritual nützlich sein.
Danach sollte die Bezugspflegekraft noch etwas Zeit haben, damit nicht nur der neu einziehende Mensch ankommen kann, sondern seine Seele auch nachkommen kann (so Vieles muss ein Mensch zurücklassen, wenn er ins Heim zieht, Neues fällt im Alter sowieso schwerer, da ist viel Ruhe und Zeit nötig um einen guten Übergang zu schaffen. Fühlt man sich aber durch solch kleine Zuwendungen (wie oben beschrieben) ernstgenommen, lässt sich manche Unsicherheit besser überwinden.
Auch Mitbewohner könnten in die "Beheimatung" miteinbezogen werden. Im Voraus wird gefragt: Wer könnte Frau X. z. B. zum Mittagessen mitnehmen, sie mit einem Vorlesestündchen, einem Lied oder einem Spiel überraschen? Hier ist Vielerlei denkbar um Beziehungen zu schaffen. Wichtig ist es aber, schon Einiges aus Vorgesprächen über die Neubewohnerin erfahren zu haben, auch um nicht in ein "Fettnäpfchen" zu treten.
Also: Vorbereitung, Zeit und Ruhe sind nötig!
Und noch ein Tipp: Der Brauch, einen Menschen mit Brot und Salz zu empfangen, ist alten Menschen noch sehr vertraut.

© Gabriele Ulmer

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