
1. Ich bin Gott, der dich dein Leben lang immer und überall begleitet hat.
2. WENN du das glaubst, DANN wirst du mich auch im Alter nicht vergessen - selbst wenn du vergesslich wirst: ich bin für dich da und daran darfst du dich festhalten. An meine Stelle wird nicht die Sorge ums tägliche Brot treten, Angst vor der Krankheit, Abhängigkeit von anderen und vor dem Sterben.
3. IM GEGENTEIL du wirst, wie immer du auch sein wirst, mein Geschöpf bleiben. Du bist ein geliebter Mensch, einzigartig unter vielen.
4. Du wirst, weil du selbst nicht perfekt bist, versuchen andere nicht zu verletzen, enttäuschen, beschämen oder zu entwürdigen.
5. Du wirst, weil du nicht allein für dich lebst, deine Mitmenschen an deinem Leben und Hoffen teilhaben lassen. Miteinander werdet ihr Sorgen und Leid teilen.
6. Du wirst zu vielem die Kraft haben, weil andere es dir zutrauen. Und manches wird dir nicht mehr möglich sein, aber da gibt es Menschen, die für dich sorgen, dich pflegen und dir helfen, selbst wenn du manches Mal ungenießbar bist und vor dir selbst weglaufen willst.
7. Du wirst nicht mehr jung sein und flügge wie ein Adler. Furchen und Falten zeugen von einem erfüllten Leben: sechs Zeiten unter Mühen gearbeitet und eine Zeit lang dankbar erholt, geruht und auf- und ausgeatmet. Du wirst weise werden, Wahrheiten aussprechen und dem Ernst der Zeit ein Lächeln abgewinnen. Du wirst manches weniger verbissen sehen und versuchen zu schlichten, wo Streit entzweit.
8. Und selbst, wenn du merkwürdig wirst, deine dir von mir geschenkte Würde bleibt bestehen. Du bist und bleibst ein Mensch, mein Mensch, und niemand hat das Recht, dir das zu verweigern. Deshalb wirst du auch nicht selbst Hand an dich legen und dein Leben verkürzen. Und niemand soll dein Sterben verlängern. Denn ich bin Herr der Zeit und der Zeiten. Ich kenne deinen Anfang und dein Ende, ich habe die Uhr für dich gestellt und glaube mir, es ist gut so.
9. Und wenn eines Tages die Nacht des Sterbens beginnt, sei gewiss, du bist nicht allein, denn der, der dich ein Leben lang begleitet hat, ist auch dann dabei. Und es wird jemand bei dir sein, der dich bis zur Pforte des Himmels begleitet.
10. Das alles verspreche ich dir hoch und heilig. Mein Geist wird so wirken. Mein Sohn und dein Bruder Jesus von Nazareth ist für dich den Weg vorausgegangen. Was ich, Gott, der Allmächtige, der Schöpfer des Himmels und der Erde, dein Vater dir versprochen habe, das werde ich halten. Amen.
© Diakon Rainer Groeschel, Bietigheim
Selig und Gesegnet sind,
die verstehen, dass mein Geist müde
und meine Hände und Füße langsam geworden sind.
Selig und Gesegnet sind,
die nicht schimpfen, wenn ich etwas fallen lasse
und die mir geduldig helfen, meine Sachen zu finden.
Selig und Gesegnet sind,
die daran denken, dass meine Ohren schwer hören
und dass ich nicht alles gleich verstehe.
Selig und Gesegnet sind,
die wissen, dass meine Augen nicht mehr gut sehen.
Selig und Gesegnet sind,
die auf mich zugehen, mich anlächeln,
ein Schwätzchen mit mir halten und
gute Erinnerungen an frühere Zeiten in mir wachrufen.
Selig und Gesegnet sind,
die Rücksicht nehmen auf meine Beschwerden und versuchen,
meine Schmerzen an Leib und Seele zu lindern.
Selig und Gesegnet sind,
die behutsam und respektvoll mit mir umgehen
und mich so spüren lassen,
dass ich geachtet, wertvoll und geliebt bin.
Selig und Gesegnet sind,
die geduldig bei mir bleiben
und mir die Tage und Nächte erleichtern
auf dem Weg in die ewige Heimat.
Selig und Gesegnet sind,
die gut und gütig zu mir sind und bleiben,
auch wenn ich schwierig und stur werde.
Sie lehren mich, auf einen liebevollen Gott zu vertrauen.
Und ich werde sie bestimmt nicht vergessen,
wenn ich einmal bei ihm bin.
© Veronika Raue nach Phil Bosmans und Seligpreisungen aus Afrika
Wohl mir, wenn ich langsam gehe mit alten Menschen
und warte, wenn ihre Hände
nicht so schnell arbeiten wie meine.
Wohl mir, wenn ich Anstrengungen auf mich nehme,
laut mit Schwerhörigen zu sprechen,
und manches geduldig wiederhole,
wenn es nicht verstanden wurde.
Wohl mir, wenn ich warten kann,
bis die richtige Brille aufgesetzt ist,
und wenn ich den müden Geist der Alten nicht überfordere.
Wohl mir, wenn ich mir Zeit nehme,
freundlich mit alten Menschen zu plaudern
über Sachen, die sie interessieren.
Wohl mir, wenn ich mir nicht anmerken lasse,
dass mir die Geschichten und Erlebnisse,
die mir alte Menschen immer wieder erzählen,
zum Hals heraushängen.
Wohl mir, wenn ich begreife, dass das Leben
alt gewordener Menschen einen tiefen Sinn hat,
wenn ich sie liebe, achte
und mich ihnen gegenüber engagiere.
Wohl mir, wenn ich sie auf ihrem letzten Weg
gütig begleite, ihnen Steine aus dem Weg räume
und ihnen helfe, ein Licht zu sehen
bei der Überwindung der letzten Wegstrecke.
(Quelle unbekannt)