Die Bedingungen, unter denen Pflegende heute ihre Arbeit verrichten, sind ungleich härter als früher. Durch die Einführung der Pflegeversicherung und die daraus resultierende Ökonomisierung geraten Pflegende unter permanenten Zeitdruck, die physischen und psychischen Belastungen in der Pflege (mehr Schwerstpflegebedürftige und demenziell Erkrankte) haben sich deutlich erhöht.
Die Folgen sind: Mehr Fehlzeiten, höhere Krankheitsraten. Fachkräfte steigen aus, weil sie die Belastungen nicht mehr aushalten. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Pflegende, die mit diesen Bedingungen gut umgehen können, physisch und psychisch gesund bleiben. Daraus ergeben sich Fragen:
Auch wenn Pflegende zunächst im Blickpunkt stehen – die nachfolgenden Überlegungen gelten für alle Menschen in helfenden Berufen.
Grundsätzlich, unabhängig von strukturellen Defiziten, ist eine positive Grundhaltung entscheidend. Damit gelingt ein Ausgleich, eine Balance zu Schwerem und Belastendem. Forscher haben dafür neurobiologische Erklärungen gefunden:
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Etwas in unserem Gehirn kann mitfühlen: So genannte „Spiegelneuronen“ beantworten Lachen mit Lachen oder Leid mit Leid. Beides, mit fremden Menschen mitfühlen und sich trotzdem des Lebens freuen können, ist in uns angelegt. Es gibt keinen Unterschied zwischen Ich und Du. Wenn wir nicht mitfühlen könnten, könnten wir einander auch nicht beistehen. Wir werden vom Leid angesteckt, und wir können nichts dagegen tun. Aber es ist möglich, zu lernen, sich gleichzeitig abzugrenzen, sich auf freudvolle Momente zu konzentrieren und die Wahrnehmung zu schulen für Erfreuliches im Leben. |
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(Nach Dr. med. Luise Reddemann, Fachärztin für Psychotherapeutische Medizin und Psychoanalytikerin, Bielefeld.)
Im Folgenden wollen wir anhand einiger Themen Anregungen zur Selbst(für)sorge geben.