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2. Übergänge des Lebens

Zu der musst du reingehen, die schafft mich!

Pflegende

Eine Schwester kann nicht mehr. Zu bösartig und zerstörend erlebt sie eine Bewohnerin. Doch das ändert sich, als sie eines Tages mit einer Besucherin dieser Frau ins Gespräch kommt. Die fragt: „Sie wissen nicht, wer das ist?“ und erzählt ihr von dem Schicksal, der früheren Kraft, dem Schmerz und der Liebe im Leben dieser Frau. „Seitdem gehe ich eigentlich ganz gerne wieder zu ihr.“ Die Frau hatte sich nicht geändert (jedenfalls nicht zuerst), doch die Schwester hatte einen neuen Blick und damit eine neue Perspektive gewonnen: Sie sah jetzt die Frau in einem langen Leben voller Übergänge – nun in ihrem letzten, den sie jetzt hier im Heim noch zu bewältigen hatte und bei dem Pflege zur Begleitung wird.

Seitdem gehe ich eigentlich ganz gerne wieder zu ihr.

Pflegende

Das Leben im Pflegeheim als Ort eines (nur letzten) Überganges zu begreifen, das ist nicht nur wichtig für die Bewohner, sondern auch für die pflegenden Begleiter:

Können sie das verstehen, gewinnen sie Aufmerksamkeit und Verständnis für die pflegebedürftigen Menschen, die ihnen anvertraut sind – und auch Wissen für ihren eigenen Weg. Der Zuwachs an seelsorglichem Verständnis lässt bei den Mitarbeitenden Bewusstheit wachsen, und diese neue Bewusstheit leitet an, auch mit dem eigenen Leben sorgsam seinen Weg zu gehen.

Fortbildungsthemen, die helfen, eine solche Bewusstheit zu entwi ckeln, sind beispielsweise:

  • Leben in Übergängen: Wer war ich – wer bin ich – wer werde ich sein? Und: Wer bestimmt das eigentlich?
  • „Es gibt ein Leben vor dem Tod“: Die Bibel verwendet die Worte „tot“ und „lebendig“ nicht zuerst biologisch oder biografisch, sondern als Qualitätsbeschreibungen! Warum sterben manche Menschen getrost, warum brauchen andere so lange dazu? Habe ich meine Aufgaben gelöst? Und was heißt „versöhnt sterben“?
  • Die Vergewisserung schaffen, dass ich noch lebe: Einführungen in die Aufgabe von Gebet und Segen und begleitende und deutende Riten sind dafür ebenso wichtig wie gut moderierte Gottesdienste.
  • „Ich habe so viel Zeit in so viel Ewigkeit!“: Was bedeutet mir Zeit? Ständige Wiederholungen (der Jahreskreis), bestimmte Zeit nur für mich (meine Biografie), ein alles bestimmendes Erleben „zu seiner Zeit“ (die Begegnung mit Gott, mit dem Leben in seiner Tiefe), Erinnerung? Das Nachdenken darüber kann eine „Erinnerung an die Zukunft“ werden.

Und manchmal sind es ganz banale Anstöße, die in die Tiefe führen:

  • „Also, wann ist Weihnachten wirklich zu Ende?“ Der Anlass für diese Frage war der Streit, wann der Christbaum aus dem Heim entfernt werden soll. Eine Weiterbildung zum Kirchenjahr wurde daraus erbeten – und führte zum Nachdenken über den persönlichen Lebensweg und seine Deutungen, zur Ermutigung, das eigene Kommen (Advent) und Leben (lebendig und engagiert und geistvoll – eben trinitarisch) und Gehen (zum ewigen Sonntag…) zu bedenken.
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