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1. Menschliche Gesellschaft

„Warum tun wir uns das eigentlich an?“

Nur eine Gesellschaft, die sich in ihrer Grundordnung mitmenschlich gestaltet, hat Zukunft. In besonderer Weise wird das im vierten Gebot deutlich, das in einer soziokulturellen Deutung höchst aktuell und neu so klingt:

Du, Volk Israel (und nach dir jede soziale Großgemeinschaft), sollst deine Elterngeneration ehren, damit es in dir Wohlstand gebe und du, Volk, lange Bestand hast auf dieser Erde.

2. Mose 20, 12

In einer Gesellschaft, die das vergisst, wird niemand mehr ermutigt, Kinder zu bekommen, und so wird die gesellschaftliche Reproduktionskraft verloren gehen, die allein Zukunft ermöglicht. Wir erleben das.

Unsere Mitarbeitenden müssen sehen können, dass ihre Arbeit nicht nur ein oft völlig überforderndes Geschehen ist zwischen den pflegebedürftigen Menschen und ihnen, sondern auch eine Überlebensaufgabe für diese Gesellschaft. Stellvertretend wird in diakonischen Einrichtungen getan und erlebt, was der Gesellschaft reflektiert und vertieft zurückgegeben werden muss. Die zehn Gebote (2. Mose 20) und die Mahnungen der Propheten (z.B. Amos) bekommen so eine völlig neue Bedeutung. Sie fördern die innere Verortung genauso wie die kirchengeschichtliche Ursprungsgeschichte der Diakonie in Apg 6 und die (zu oft strapazierten) Gleichnisse vom „unfrommen“ Helfer (Lk 10) und von der großen Erfüllung (Mt 25).

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Evangelische Landeskirche in Württemberg Diakonie - Stark für Andere