Im Folgenden wird die Begleitung Ehrenamtlicher anhand des Begleitkonzepts der BruderhausDiakonie in Reutlingen vorgestellt.
„Den Kirchengemeinden kommt eine besondere Rolle bei der Gewinnung und Begleitung von Mitarbeitenden für die ehrenamtliche Seelsorge zu. … Diese Begleitung von Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen stellt ein weiteres Potential der Hauptamtlichen dar.“ „Zu der Beschreibung einer Aufgabe gehören Zusagen und Angebote von Begleitung. Jede Aufgabe bedarf bestimmter Hilfestellungen, damit die Motivation nicht verschwindet und sich möglicherweise ein falsch verstandenes Einzelkämpfertum breit macht. Zur Begleitung gehört auch die Möglichkeit, sich regelmäßig über die Arbeit mit anderen austauschen zu können.“
|
Anerkennung ist das A und O! |
|
Die Anerkennungserwartungen von Seniorinnen und Senioren für ihr Engagement lassen sich laut einer Studie folgendermaßen aufschlüsseln: Am höchsten wird die Gelegenheit zu „regelmäßigen Treffen mit anderen freiwillig Engagierten“ bewertet (70 %). Sie rangiert noch vor der Möglichkeit, Einfluss nehmen zu können, oder ein Mitspracherecht zu haben (52%), oder der Anerkennung durch Hauptamtliche (48%).
Für die insgesamt ca. 100 Ehrenamtlichen im Besuchsdienst koordinieren die Sozialdienste der beiden Häuser ein monatliches Treffen, das in einem Jahresplan allen Ehrenamtlichen vorliegt. Offene Treffen, Fortbildungen, Feiern und ein Ausflug sind auf das Jahr verteilt. Die offenen Treffen werden gemeinsam vom Sozialdienst und von den Seelsorgenden im Haus durchgeführt. Die thematischen Nachmittage, die in der Kompetenz der hauptamtlich Seelsorgenden liegen, werden von ihnen gestaltet.
Ziel dieser Treffen ist zum einen der offene Austausch unter den Ehrenamtlichen. „Offen“ meint dabei der Form nach, dass die Zusammenkunft den Ehrenamtlichen „offen“ steht. Im Gegensatz zu den Fortbildungen wird eine Teilnahme begrüßt, jedoch nicht unbedingt erwartet. „Offen“ meint zum anderen inhaltlich, dass das Thema oder die Themen des zweistündigen Beisammenseins erst zu Beginn des Treffens festgelegt werden. Nach der Themenfindung einigt sich die Gruppe auf einen zeitlichen Rahmen und wählt eine Wächterin der Zeit, wenn der Gruppenleitende nicht selbst dieses Amt übernimmt.
Zweck des offenen Austausches:
Rahmen
Erfahrungen
Themen für Fortbildungen lassen sich oft im Anschluss an offene Treffen finden. Hier wird eine Teilnahme der Ehrenamtlichen erwartet und Referenten zu den Themen gesucht und eingeladen, wenn die Themen nicht innerhalb der Gruppe ausreichend behandelt werden können. Die Ehrenamtlichen bekommen eine gesonderte Einladung zu den thematischen Fortbildungen.
Ziel der thematischen Treffen ist die schrittweise Qualifizierung der Ehrenamtlichen zu ihrem Dienst (diese geht bekanntlich bei den Hospizgruppen einem aktiven Dienst voraus). Ein Zweck der Fortbildungen kann aber auch sein, den Ehrenamtlichen die Möglichkeit zu geben, ihren Dienst besser zu reflektieren unter dem Gesichtspunkt: Ist der ehrenamtliche Dienst wirklich meine Sache, der ehrenamtliche Dienst im Haus, oder ist er mir „zugeflogen“, obwohl ich gerne „nein“ gesagt hätte und innerlich noch immer „nein“ sage?
Themen, die immer wieder aufgegriffen werden sollten, sind:
Martin Enz, in: Evangelische Landeskirche in Württemberg / Diakonisches Werk der evangelischen Kirche in Württemberg e.V. (Hrsg.) V.i.S.d.P. Dr. Antje Fetzer, Ich will euch tragen. Handbuch, Arbeitshilfe für die Seelsorge in der Altenpflege, 2006, S. 316-319.
Literaturtipps:
Amt für missionarische Dienste (Hg.): Begleitschrift für den Besuchsdienst. Stuttgart 2002. Ev.
Oberkirchenrat Stuttgart/ Diak. Werk der Ev. Kirche in Württemberg (Hg.): Christliche Gemeinde und Pflegeheim – Impulse für die Weiterentwicklung derSeelsorge. Stuttgart 2002.