Auf einigen Gruppen singe ich regelmäßig mit Menschen, die im Aufenthaltsraum sitzen – kurz vor dem Mittagessen ist eine gute Zeit.
Um diese Zeit wird auch gerne die „Zehn- Minuten-Aktivierung“ angeboten, denn da sind alle Sinne auf das Aufnehmen eingestellt. Außerdem sind alle Bewohner beieinander und „gerichtet“. Die Pflegenden machen eine kleine Pause und stellen dann das Mittagessen bereit.
Ein kleiner Ritus hat sich dabei herausgestellt: Alle Anwesenden werden mit Handschlag und Namensnennung begrüßt. Ein kleines und allgemeines Gespräch schließt sich an, woraus sich das Angebot des Miteinander-Singens ergibt. Liederbücher werden gereicht und das erste Lied ausgewählt.
Gerne werden die bekanntesten Choräle gesungen, denn die meisten singen der Sehprobleme wegen ohnehin auswendig. Unter den bekannten Chorälen eignen sich besonders die Dank- und Loblieder, denn dadurch werden die Menschen aus dem Kreisen um sich selbst und aus ihren Problemen herausgerissen. Der Blick wird auf das gelenkt, was positiv im Leben ist und war. Das Vertrauen zu Gott wird unterstützt.
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Ich kann noch etwas, ich weiß noch etwas, da ist etwas von früher, das ich gewohnt bin und was mir hilft ... Bewohner |
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Außerdem merken alte und schwache Menschen: „Ich kann noch etwas, ich weiß noch etwas, da ist etwas von früher, das ich gewohnt bin und was mir hilft ...“ Im Einklang der Stimmen wird Gemeinschaft erlebt.
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Vater unser im Himmel. |
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Zum Abschluss sprechen wir gemeinsam das Vaterunser oder den 23. Psalm und beten für die Bewohnerinnen und Bewohner, die im Krankenhaus liegen oder denen es nicht gut geht. Die Liederbücher werden aufgeräumt und alle wieder mit Handschlag und Namensnennung verabschiedet.
Tipp: Bei der Anschaffung von Liederbüchern sollte unbedingt auf Großdruck geachtet werden.
Ute Pilgrim-Volkmer, in: Evangelische Landeskirche in Württemberg / Diakonisches Werk der evangelischen Kirche in Württemberg e.V. (Hrsg.) V.i.S.d.P. Dr. Antje Fetzer, Ich will euch tragen. Handbuch, Arbeitshilfe für die Seelsorge in der Altenpflege, 2006, S. 117-118.