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Rituale am Lebensende

Gefühle werden erlebbar

Wenn es um Rituale am Lebensende geht, gibt es keine einfache Anleitung in dem Sinne: „Zu diesem Anlass, zu jenem Zeitpunkt des Sterbens nehme man jenes Ritual.“ Diese Herangehensweise würde dem besonderen, überaus vielschichtigen Wesen des Rituals und der Einzigartigkeit eines jeden Weges am Lebensende in keiner Weise gerecht werden.

Neben der Krankensalbung und dem Krankenabendmahl lassen sich viele andere hilfreiche Rituale denken. Sie dienen dazu, Abschiedsschmerz, Trauer, aber auch Dankbarkeit und Geborgenheit im Sterben mit allen Sinnen erlebbar werden zu lassen. Seelsorger begleiten entsprechende Rituale im Familienkreis oder im Kreis der Heimbewohner und Mitarbeitenden im Heim.

Bedeutungsvoll sind Rituale auch für die Gestaltung des Alltags am Lebensende, der durch Rituale einen Rhythmus und wichtige Haltepunkte gewinnt.

Das Anliegen von tagesrhythmisierenden Ritualen am Lebensende ist es, 24 Stunden zu strukturieren, und zwar nicht unter dem Reinlichkeitsaspekt (morgens waschen, danach Bett beziehen, Verbandswechsel) oder unter kulinarischen Gesichtspunkten (Mahlzeiten), sondern unter geistlichen Aspekten:

  • Zum einen tragen Rituale dazu bei, dass sich die Sterbenden geborgen fühlen in jener guten Macht, von der Dietrich Bonhoeffer schreibt (EG 65). Zum anderen zeugen Rituale von der menschlichen Achtung und Wertschätzung, die auch durch Krankheit, Alter oder Sterben nicht abnimmt.

Folgende Anregungen sollen helfen, bewusst einen Rhythmus zu gestalten:

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