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Geburtstag

Einmal im Jahr im Zentrum stehen

Folgende Elemente gehören zum Geburtstagsritual im Dr.-Vöhringer-Heim in Nürtingen-Oberensingen, einer Einrichtung der Samariterstiftung:

  1. Jedes Geburtstagskind erhält ein Geschenk des Hauses nach seiner Wahl. Dies kann ein Blumenstock oder ein Fläschchen Sekt oder ein Körperpflegemittel oder ein Parfum bzw. ein Rasierwasser sein. Das Geburtstagskind wird vorher von den Pflegekräften des jeweiligen Wohnbereichs dazu befragt. Kann der Bewohner sich nicht selbst äußern, werden die Angehörigen angesprochen. Es ist auch möglich, sich für diesen Tag ein besonderes Mittagessen zu wünschen. Die Küche erfüllt entsprechende Bitten. Dazu erhält das Geburtstagskind eine Glückwunschkarte der Mitarbeitenden des Hauses. Und auf dem Geburtstagstisch – entweder im Aufenthaltsbereich des Wohnbereiches oder im Zimmer – steht eine Geburtstagskerze.
  2. Jedem Geburtstagskind wird am Geburtstagsmorgen um 9 Uhr ein von ihm gewünschtes Lied gesungen, sofern das Geburtstagskind dies möchte. Die Mehrzahl der Geburtstagskinder nimmt dies auch in Anspruch. Eine Pflegekraft gibt es telefonisch an die Pforte weiter, die Mitarbeitenden an der Pforte machen eine Durchsage über die Hausanlage, wann und bei wem gesungen wird. Mitarbeitende vom Wohnbereich, von der Etage und das Leitungsteam des Hauses sowie einige Gäste aus der Tagespflege mit einer Mitarbeiterin und die Heimseelsorgerin, sofern sie im Haus ist, treffen sich dann beim Geburtstagskind. Meistens wird ein Lied aus dem Evangelischen Gesangbuch gesungen, es ist aber auch möglich, ein Volkslied als Wunschlied anzugeben. Gesangbücher und andere Liederbücher sind auf jedem Wohnbereich in ausreichender Anzahl vorhanden. Die Geburtstagskerze wird angezündet, das Geschenk übergeben und ein Lied angestimmt. Zum Abschluss gibt es den bekannten Geburtstagskanon: „Viel Glück und viel Segen“ – meist mehrstimmig. Am Ende dieser Zeremonie wird die Kerze ausgeblasen. Natürlich finden persönliche Gespräche und persönliche Zuwendung statt. In eher seltenen Fällen sind bereits Angehörige zu Besuch.
  3. Die Hauswirtschaft bzw. die Küche bieten jedem Geburtstagskind an, im heimeigenen Café an einem festlich geschmückten Tisch oder in einem separaten Raum seinen Geburtstag zu feiern – je nach Wunsch.
  4. Dies wird sehr oft in Anspruch genommen, meist auch am Wochenende, wenn die Angehörigen mehr Zeit haben zu feiern.
  5. Ein Mitglied des Geburtstagsbesuchsdienstes der Kirchengemeinde besucht das Geburtstagskind und bringt persönlich eine besondere Geburtstagskarte mit.
  6. Die Geburtstagskinder der vergangenen Woche werden im wöchentlichen Mittwochsgottesdienst in der Einrichtung namentlich genannt und es wird ihnen im Gottesdienst gratuliert.
  7. Am Ende eines jeden Quartals im Jahr werden alle Geburtstagskinder von zwei Wohnbereichen, die sich auf einer Etage befinden, ins Wohnzimmer des Wohnbereichs zu einer Geburtstagsfeier eingeladen.

Guter Gott, du hast mir das Leben geschenkt, du schenkst mir auch diesen Tag. Ich danke dir für das vergangene Lebensjahr. Du hast mich reicher gemacht durch Begegnungen und Erfahrungen. In den Zeiten der Angst und Unsicherheit warst du bei mir, auch wenn ich es nicht immer spüren konnte.

Ich bitte dich: Begeite mich mit deiner Freundlichkeit im kommenden Lebensjahr. Lass mich Menschen finden, die mich verstehen, und zeige mir Menschen, die mich brauchen. Gib mir Mut und Hoffnung für alle, was vor mir liegt.

Amen

Gebet am Geburtstag, EG S. 1463

Ergänzungen

Zu 4. Geburtstagsbesuchsdienst der Kirchengemeinden

Seit März 2003 hat die evangelische Kirchengemeinde Oberensingen einen Geburtstagsbesuchsdienst, bestehend aus acht Frauen und zwei Männern. Auch die Geburtstagskinder, die keiner Konfession angehören, werden vom evangelischen Geburtstagsbesuchsdienst besucht. Die katholische Kirchengemeinde hat schon länger einen Geburtstagsbesuchsdienst eingerichtet, es sind zwei ehrenamtliche Frauen aus der Gemeinde. Meist kommen die Ehrenamtlichen am Tag des Geburtstags mit einem Gruß der Kirchengemeinde, einer besonders gestalteten Falt-Geburtstagskarte, vorbei. Manche bringen aus dem eigenen Garten etwas mit. Fast immer melden sich die Ehrenamtlichen im Wohnbereich zuvor telefonisch, um nach einem geeigneten Zeitpunkt für den Besuch zu fragen.

Zu 6. Quartalsgeburtstagsfeier

Einmal am Ende des Quartals (meist Anfang April, Juli, Oktober, Januar ) laden die Mitarbeitenden des Betreuungsdienstes alle Geburtstagskinder des vergangenen Quartals von einer Etage, das heißt von zwei Wohnbereichen, zur Quartalsgeburtstagsfeier ein.

Da sich die Bewohnerinnen und Bewohner von den anderen Betreuungsangeboten her kennen, herrscht eine vertraute Atmosphäre. Die Angehörigen sind ebenso dazu eingeladen. Meist ist es eine Geburtstagstafel mit sechs bis zehn Personen. Die Heimseelsorgerin bringt oft eine kleine Geschichte mit.

Der Tisch ist festlich gedeckt, es gibt jahreszeitlich abgestimmte Namenskärtchen, besonderen Kuchen (bei der Hauswirtschaft bestellt) und Kaffee oder Tee. Es wird gegessen, gesungen und erzählt. Kleine Spiele rund um den Geburtstag finden statt, wenn es passt. Oft staunen die Mitfeiernden über das Alter von anderen, oft werden Erinnerungen von früher wach.

 

Agnes Toczek, in: Evangelische Landeskirche in Württemberg / Diakonisches Werk der evangelischen Kirche in Württemberg e.V. (Hrsg.) V.i.S.d.P. Dr. Antje Fetzer, Ich will euch tragen. Handbuch, Arbeitshilfe für die Seelsorge in der Altenpflege, 2006, S. 94-96.

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