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Gottesdienstfeier / Andacht
  • Begrüßen Sie jeden Gottesdienstbesucher mit Handschlag und – falls möglich – mit Namen. Die Menschen freuen sich immer darüber, wenn man ihren Namen weiß. Außerdem stärkt dies gerade bei verwirrten Personen das Selbstwertgefühl. Vergessen Sie nicht, auch diejenigen zu begrüßen, die über die Lautsprecheranlage am Gottesdienst teilnehmen.
  • Sprechen Sie langsam und deutlich.
  • Wählen Sie bekannte Lieder (z.B. „Jesu geh voran“) und Psalmen (23, 100, 103). Lesen Sie die Liedstrophen vor dem Singen vor. Als Faustregel gilt: Lieber zwei, drei Verse von bekannten Liedern singen, da diese oft auch auswendig gekonnt werden. Für viele Bewohner ist es mühsam, die Lieder im Gesangbuch aufzuschlagen. Deshalb empfiehlt es sich, Liedblätter vorzubereiten, auf denen auch der Psalm und der Wochenspruch abgedruckt sind. Bettlägerigen wird dieses Liedblatt auf Wunsch vorher ausgehändigt.

Lobe den Herrn meine Seele,
und was in mir ist, seinen heiligen Namen!

Lobe den Herrn meine Seele,
und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat:

der dir alle deine Sünde vergibt
und heilet alle deine Gebrechen,

der dein Leben vom Verderben erlöst,
der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit

Psalm 103
  • Die Predigt sollte kurz sein (maximal 12 Minuten). Als Grundlage wählen Sie am besten bekannte und einfache Bibeltexte aus. Diese können immer wieder zitiert werden und regen zum Mitsprechen an. Aus Zeit-und Konzentrationsgründen können Sie den Predigttext auch als Schriftlesung nehmen. Bekannte Choräle eignen sich gut als Grundlage für eine Predigt. Die poetische Sprache der Lieder hat sich den Menschen oft tiefer eingeprägt als mancher Bibelvers. Lockern Sie die Predigt ab und zu durch einen gemeinsam gesungenen Liedvers auf. Als Predigtbeispiele bieten sich Themen an, die an Erinnerungen und Erfahrungen anknüpfen (Jugendzeit, Krieg, Vertreibung) oder die sich auf die Situation im Heim beziehen. Ein Symbol oder Bild macht die Predigt anschaulich. Allerdings sollte dieses beschrieben und erklärt werden, damit auch diejenigen, die das Bild nicht sehen, folgen können.
  • Das Abendmahl kann bei jedem Gottesdienst gefeiert werden. Dies wird von Heim zu Heim unterschiedlich gehandhabt. Es spricht ganzheitlich an: „Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist“. Statt Oblaten und Wein können auch gewürfeltes Toast- oder Weißbrot und Einzelkelche mit Traubensaft verwendet werden, da Alkohol sich mit vielen Medikamenten nicht gut verträgt. Bei den Fürbitten sollten die Mitarbeitenden, vor allem die in der Pflege, nicht vergessen werden.
  • Im Anschluss an Fürbitten und Vaterunser besteht bei den Abkündi gungen die Möglichkeit, Mitwirkenden zu danken, auf den Opferzweck zu verweisen, Verstorbener zu gedenken, Entlassungen und Neuaufnahmen sowie Jubilare zu erwähnen.
  • Das Vaterunser und der Segen sind unverzichtbar. Der Segen sollte als Zuspruch formuliert sein.
  • Eine persönliche Verabschiedung ist – wie die Begrüßung – der Ausdruck großer Wertschätzung. Vergessen Sie auch nicht, jene Mitfeiernden zu verabschieden, die in den Zimmern am Lautsprecher Ihren Worten gelauscht haben.

Ute Pilgrim-Volkmer, in: Evangelische Landeskirche in Württemberg / Diakonisches Werk der evangelischen Kirche in Württemberg e.V. (Hrsg.) V.i.S.d.P. Dr. Antje Fetzer, Ich will euch tragen. Handbuch, Arbeitshilfe für die Seelsorge in der Altenpflege, 2006, S. 60-62.

Literaturtipp: Depping, Klaus: Altersverwirrte Menschen seelsorgerlich, begleiten. Bd. 1: Hintergründe, Zugänge, Begegnungsebenen. Hannover 1993.

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