Hilfe- und pflegebedürftige ältere Menschen, die zu Hause leben, sollen seelsorglich besser begleitet werden. Dazu haben die Evangelische Landeskirche in Württemberg und das Diakonische Werk Württemberg gemeinsam das Projekt Seelsorge im Alter eingerichtet. Es unterstützt Kirchengemeinden und diakonische Dienste und Einrichtungen bei konkreten Initiativen, die dem seelischen Wohl hilfe- und pflegebedürftiger älterer Menschen und ihrer Bezugspersonen dienen. Geleitet wird das Projekt von Pfarrerin Marianne Baisch für die Landeskirche und Pfarrer Dr. Joachim Rückle für das Diakonische Werk.
Für die Seelsorge im Alter ist uns folgendes wichtig:
- Seelsorge geschieht im Auftrag Jesu Christi und in seiner Gegenwart. „Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Matthäus 18, 20)
- Seelsorge im Alter braucht qualifizierte Seelsorgerinnen und Seelsorger und gleichzeitig das Bewusstsein, dass sich Seelsorge nicht „machen“ lässt, sondern sich ereignet durch Gottes Geist.
- Seelsorgerinnen und Seelsorger nehmen alte Menschen an wie sie sind: Tatkräftig und voll Lebensenergie oder schwach und lebensmüde.
- Viele Bilder von Alter prägen Kirche und Gesellschaft. Die „jungen Alten“, „alt und lebenssatt“, Pflegebedürftigkeit, Demenz sind nur einige Stichworte. Seelsorge im Alter geschieht auf dem Hintergrund dieser unterschiedlichen Altersbilder in Kirche und Gesellschaft.
- Verschiedene Menschen üben Seelsorge im Alter aus: Ehrenamtliche, Diakoninnen und Diakone, Pfarrerinnen und Pfarrer genauso wie Mitarbeitende in Pflege, Hauswirtschaft und Nachbarschaftshilfe. Seelsorge im Alter profitiert von ihrer guten Zusammenarbeit.
Das Projekt Seelsorge im Alter erreicht sein Ziel durch vier Teilprojekte:
1. Ehrenamtliche gewinnen und schulen
Viele Menschen möchten sich gerne engagieren. Und trotzdem fällt die Suche nach Ehrenamtlichen im Bereich der Seelsorge meist schwer. Was aber kann helfen, Ehrenamtliche gezielt anzusprechen? Was braucht es, damit Engagierte ihre Arbeit als sinnvoll und bereichernd erleben?
Ziel des Teilprojektes 1 ist, Kirchengemeinden und diakonische Dienste und Einrichtungen dabei zu unterstützen, Ehrenamtliche zu gewinnen und für die Seelsorge mit hilfe- und pflegebedürftigen älteren Menschen weiterzubilden.
Weitere Informationen zum Teilprojekt 1 finden Sie hier.
2. Seelsorgeangebote für Mitarbeitende in Pflege, Hauswirtschaft und Nachbarschaftshilfe
Mitarbeitende in Diakonie-Sozialstationen und ambulanten Diensten leisten einen wichtigen Dienst an alten Menschen. Oft ist dieser Dienst anstrengend, körperlich und seelisch. Seelsorgliche Angebote für die Mitarbeitenden können helfen, Abstand von der Arbeit zu bekommen, selbst seelisch und geistlich aufzutanken und gestärkt zu arbeiten.
Ziel dieses Teilprojekts ist es deshalb mitzuhelfen, dass Seelsorgeangebote für Mitarbeitende in Pflege, Hauswirtschaft und Nachbarschaftshilfe selbstverständliche Elemente der diakonischen Kultur in Diensten und Einrichtungen sind. Verschiedene attraktive Angebote für die Mitarbeitenden werden entwickelt und durchgeführt.
Weitere Informationen zum Teilprojekt 2 finden Sie hier.
3. Mitarbeitende in Pflege, Hauswirtschaft und Nachbarschaftshilfe für die Seelsorge qualifizieren
Die Mitarbeitenden der Diakonie-Sozialstationen und ambulanten Dienste kommen oft als erste und wichtige Personen zu hilfe- und pflegebedürftigen Menschen nach Hause. Sie spüren die Bedürfnisse der alten Menschen und ihrer Angehörigen sehr deutlich. Daher haben sie eine wichtige Funktion für das seelische Wohlbefinden dieser Menschen.
Ziel des Teilprojektes 3 ist, dass Mitarbeitende in Pflege, Hauswirtschaft und Nachbarschaftshilfe sich dieser Rolle bewusst sind, dass sie auf die besonderen Bedürfnisse dementiell erkrankter Menschen eingehen können, seelsorglich kompetent sind und sprachfähig bei existentiellen Fragen und Glaubensthemen. Sie erkennen, wo sie selbst als Seelsorgerin bzw. Seelsorger gefragt sind und wo sie sinnvollerweise andere Seelsorgerinnen bzw. Seelsorger einbeziehen. Das Teilprojekt 3 beginnt im Frühjahr 2013. Weitere Informationen finden Sie hier.
4. Vernetzung von Kirchengemeinden und diakonischen Diensten und Einrichtungen
Um die Seelsorge mit hilfe- und pflegebedürftigen älteren Menschen zu stärken, ist es wichtig, dass diakonische Dienste und Einrichtungen – z. B. Diakonie-Sozialstationen, Krankenpflegevereine, Diakonische Bezirksstellen und ambulant tätige Einrichtungen – und Kirchengemeinden inhaltlich und strukturell gut vernetzt sind und effektiv miteinander kooperieren. Ziel dieses Teilprojektes ist zu unterstützen, solche Vernetzungen zu entwickeln und umzusetzen. Das Teilprojekt 4 startet im Frühjahr 2013.
Projektablauf
Das Projekt läuft in verschiedenen Phasen ab. Die Übersicht finden Sie hier.
Eine wichtige Station ist das Forum Seelsorge im Alter am 31.01.2012 in Stuttgart-Rohr. Weitere Informationen zum Forum Seelsorge im Alter finden Sie hier.
Anschließend starten die Teilprojekte 1 und 2. Die Teilprojekte 3 und 4 beginnen 2013.
Wir informieren Sie hier regelmäßig über den Stand des Projekts.
Wenn Sie mehr wissen möchten, wenden Sie sich gerne auch direkt an
Marianne Baisch, 0711 1656-196, baisch.m@diakonie-wuerttemberg.de
Dr. Joachim Rückle, 0711 1656-411, rueckle.j@diakonie-wuerttemberg.de