Aufgabenstellung
Mitarbeitende als Seelsorgende – Qualifizierung und Begleitung im APH verankern
Kurzbeschreibung
Im Pflegealltag wenden sich Mitarbeitende Bewohner(innen) und Angehörigen seelsorgerlich zu. Besonders der Umgang mit schwerkranken und sterbenden Menschen und die Begleitung von Angehörigen und Trauernden fordert die Mitarbeitenden in ihrer seelsorgerlichen Kompetenz heraus. Gleichzeitig sind die Arbeitsbedingungen in der Altenpflege ungleich härter als früher. Die physischen und psychischen Belastungen für die Pflegenden sind nicht zu übersehen und spiegeln sich mitunter in einem relativ hohen Krankenstand wider. Entlastung für die Mitarbeitenden tut Not.
Es braucht seelsorgerliche Angebote, die den Mitarbeitenden selbst gut tun. Dies als ein berechtigtes Anliegen zu sehen ist wichtig. Erst in zweiter Linie sollte man an einen erfreulichen Nebeneffekt solcher Angebote denken: dass sie auch der seelsorglichen Aufgabe der Mitarbeitenden zu Gute kommen. Nicht nur weil kirch(engemeind)liche Angebote die wenigsten Mitarbeitenden erreichen, sieht sich die Einrichtung(sleitung) hier in der Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitenden – frei nach dem Motto „Den Menschen im Mitarbeitenden sehen“.
In der Projektphase wurden die Mitarbeitenden nach ihren Wünschen und Bedürfnissen im Bereich Seelsorge und Spiritualität befragt. Schnell war klar: ein Angebot für alle, das funktioniert nicht. Deutlich wurde durch die Befragung auch, dass die bisherigen Angebote für Mitarbeitende (Geburtstagsgeschenk, Ausflug, Fort- und Weiterbildungen, Mitarbeiterjahresgespräche, AG Abschied, Heimseelsorgerin, …) hohe Akzeptanz in der Mitarbeiterschaft haben. Die Aufgabe bestand also darin, Altes ins Blickfeld zu rücken und zu würdigen und Neues zu entwickeln, auszuprobieren und – bei Erfolg – in das bestehende Konzept der Mitarbeiterpflege zu integrieren.
Die Bedarfe der Mitarbeitenden sind verschieden. Es wurden deshalb auf der Grundlage der Befragung drei ganz unterschiedliche Module entwickelt:
- Angebot eines Gottesdienstes für Mitarbeitende, um über die gemeinsame
Arbeit im Team auch spirituelle Gemeinschaft zu pflegen und zu erfahren.
- Angebot einer Sprech-Zeit für Mitarbeitende, um ihnen Gelegenheit zu
bieten, zum Gespräch über Freud und Leid, über Probleme und Gelungenes,
über Sorgen und Nöte, und sie in ihrer Situation wahrzunehmen.
- Vermehrt Fortbildungsangebote im psychosozialen Bereich, um die
Mitarbeitenden nicht nur fachlich zu qualifizieren, sondern ihnen auch
Angebote zu machen, bei denen sie als Mensch mit Leib und Seele im
Mittelpunkt stehen.
Pfarrerin Daniela Reich, Nürtingen
Neben der Projektdokumentation finden sich folgende weitere Materialien aus dem Projektprozess:
1. Leitfaden Gottesdienst für Mitarbeitende
2. Leitfaden Sprech-Zeit (Gesprächsangebot für Mitarbeitende)
3. Leitfaden Wohlfühltag
4. Sicht der Leitung auf den Projektverlauf und die Erträge (Schlegel)