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Vorbereitender Freundeskreis

Entstehung, Aufgaben und Ziele unseres Freundeskreises Rosa-Körner und Otto-Mörike-Stift e.V. Weissach und Flacht

Bei der Betreuung ehrenamtlich Mitarbeitender in Pflegeheimen machte ich die Erfahrung, dass viele sich mit großem Engagement in den Heimen für das Wohl der Bewohnerinnen und Bewohner einsetzen – bis sie plötzlich an die Grenzen ihrer Kraft gelangen und deprimiert aufgeben. Diese Menschen brauchen von Anfang an eine Begleitung, die ihnen hilft, ihre Kräfte und Fähigkeiten richtig einzuteilen, und ihnen in Krisen und persönlichen Nöten beisteht. Auch die Trauer über den Tod eines Heimbewohners, den man längere Zeit begleitet hat, will bewältigt werden.

Als in unserem Ort die Pläne für die Errichtung zweier Pflegeheime in den Ortsteilen Weissach und Flacht durch die Samariterstiftung bekannt wurden, war es daher für mich klar, dass wir schon vor der Eröffnung der beiden Heime eine Struktur schaffen mussten, in der die Menschen, die bereit sind, ehrenamtlich in den Heimen mitzuarbeiten, eingebettet sind und so begleitet werden können.

Zusammen mit einer Gruppe von engagierten Männern und Frauen trafen wir uns am 25. Juli 2002 zu einer ersten Vorbesprechung über die Gründung eines Vereins, der diesem Ziel – der Sammlung und Begleitung ehrenamtlich Tätiger – dienen sollte.

Das Hauptziel des Freundeskreises sollte es sein, den Heimbewohnern ein Mehr an Lebensqualität zu ermöglichen und eine Begegnungsstätte für die Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde mit den Mitarbeitenden und Heimbewohnern zu gestalten.

Edgar Kollmar

Die Gemeindeverwaltung unterstützte den Freundeskreis von Anfang an großzügig und stellte die notwendige Infrastruktur für die Arbeit bereit. Es wurde ein Pflegeausschuss gegründet, in dem Gemeinderäte zusammen mit Bürgerinnen und Bürgern, die berufliche und private Fachkompetenz sowie Erfahrung in Alten- und Krankenpflege haben, ihr Wissen für die beiden Pflegeheimprojekte einbringen können. Der Freundeskreis arbeitete von Beginn an in diesem Gremium engagiert mit.

Während der Planungsphase war es auch ein Anliegen des Freundeskreises, die beiden Heime der Bevölkerung bekannt zu machen und zur Mitarbeit im Freundeskreis einzuladen. Dies geschah durch Besuche in den verschiedenen Gruppen der örtlichen Kirchengemeinden und in den Vereinen beider Ortsteile. Darüber hinaus wurden Artikel in Mitteilungsblättern und der Kreiszeitung veröffentlicht.

Am 18. Oktober 2002 fand die öffentliche Gründungsversammlung im großen Saal des Rathauses in Weissach statt. Am 6. Dezember 2002 war der Spatenstich für das erste Heim, das Rosa-Körner-Stift in Weissach. Am 19. September 2003 fanden sowohl der Spatenstich für das Otto-Mörike-Stift in Flacht als auch das Richtfest für das Rosa-Körner-Stift in Weissach statt.

Beteiligung des Freundeskreises

Am 9. Juni 2004 war das Richtfest für das Otto-Mörike-Stift in Flacht. Am 16. Juli 2004 konnten wir unter großer Beteiligung der Bevölkerung mit einem Festwochenende die Einweihung des Rosa-Körner-Stifts in Weissach feiern.

Bei all diesen Aktivitäten war der Freundeskreis maßgeblich bei der Organisation und Durchführung beteiligt. Er konnte bei diesen Ereignissen sein Anliegen gezielt der Bevölkerung vorstellen und gleichzeitig für den notwendigen behindertengerechten Bus für die Tagespflege reichlich Spenden sammeln.

Im Frühjahr 2005 ist das Otto-Mörike-Stift in Flacht eingeweiht worden.

Die Umsetzung des Hauptzieles unseres Freundeskreises geschieht auf verschiedenen Ebenen:

  • Organisation und Betrieb zweier Begegnungsstätten mit kulturellem und gastronomischem Angebot in beiden Heimen.
  • Ein regelmäßiger Besuchsdienst, der in Absprache mit der Heimleitung auf die Bedürfnisse der einzelnen Heimbewohnerinnen und Heimbewohner eingeht und diese begleitet.
  • Ein Hol- und Bringdienst, der die Heimbewohnerinnen und Heimbewohner zu kirchlichen und kulturellen Veranstaltungen außer Haus – auch mit unserem rollstuhlgerechten Kleinbus – fährt und begleitet.
  • Organisation und Unterstützung der Heimleitung bei Festen und Feiern in den Pflegeheimen.
  • Koordination der Aktivitäten der örtlichen Vereine in den Begegnungsstätten.
  • Unterstützung und Begleitung der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Gruppen- und in Einzelgesprächen.
  • Organisation von Fachvorträgen zu den Themenbereichen, die mit dem Alter und der Pflege behinderter Menschen zu tun haben.
  • Gewinnung von Förderern und Spendern, die die Arbeit des Freundeskreises durch regelmäßige und gezielte Beiträge unterstützen.
  • Finanzierung von Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen der Ehrenamtlichen in professionellen Einrichtungen (z.B. KESS am Institut für Seelsorgefortbildung, Klinische Seelsorgeausbildung (KSA) in Stuttgart-Birkach).
  • Durch die großzügige Unterstützung der Kommune Weissach war es dem Freundeskreis möglich, eine 50 Prozent-Stelle einzurichten, die die verschiedenen Aktivitäten des Freundeskreises koordiniert.

Zusammensetzung des Freundeskreises

Der Freundeskreis wird von einem Vorstand mit sieben Personen und der Heimleiterin und dem Heimleiter der beiden Einrichtungen geleitet. Der Mitgliedsbeitrag beträgt für eine natürliche Person 10 Euro und füreine juristische Person 50 Euro pro Jahr.

Der Freundeskreis umfasst zurzeit rund 100 Mitglieder.

Ich lade Sie im Namen unseres Freundeskreises herzlich ein, uns inWeissach und Flacht zu besuchen, um einen lebendigen Einblick vonunserer Arbeit zu gewinnen. Wir sind auch sehr interessiert an der Vernetzung mit anderen Gruppen und Vereinen, die an derselben Zielsetzung arbeiten.

 

Edgar Kollmar, in: Evangelische Landeskirche in Württemberg / Diakonisches Werk der evangelischen Kirche in Württemberg e.V. (Hrsg.) V.i.S.d.P. Dr. Antje Fetzer, Ich will euch tragen. Handbuch, Arbeitshilfe für die Seelsorge in der Altenpflege, 2006, S. 163-165.

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