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Checkliste für eine gelingende Kooperation

1. Allgemeine Vorüberlegungen

  1. Die Initiative für eine verstärkte Kooperation kann beim Heim bzw.
    bei der Einrichtung oder der Kirchengemeinde liegen.
  2. Gibt es mehrere Einrichtungen in der Gemeinde? Wie ist ihr
    Verhältnis zueinander? Wer sind die Träger (privat/ diakonisch/ kommunal)?
  3. Welche Angebote und Regelungen hat die Kirchengemeinde in der
    Seniorenarbeit außerhalb des Heimes? Wie kann davon profitiert
    werden? Wo geht die Seelsorge im Heim darüber hinaus bzw. wo
    unterscheidet sie sich von der gemeindlichen?
  4. Welche Rolle spielt die jeweilige Gemeindezugehörigkeit der
    Bewohnerinnen und Bewohner? Bestehen noch Kontakte zur vorherigen Heimatgemeinde?
  5. Was bringt das Heim mit – was erwartet es?
  6. Können die Hauptverantwortlichen – oft die Hauptamtlichen – miteinander arbeiten?
  7. Welchen Stellenwert hat die christlich-diakonische Ausrichtung für
    das Heim? Steht die Heimleitung hinter dem Ziel verstärkter
    Kooperation?
  8. Wer ist Bindeglied zwischen Heim und Gemeinde? Handelt es sich
    um eine Person, die in beiden Institutionen beheimatet ist, oder um
    zwei Personen?
  9. Welche Kosten könnten bei einer verstärkten Kooperation entstehen
    und wer trägt sie?

2. Vorgehensweisen in einem Kooperationsprojekt

  1. Zunächst den Ist-Stand ermitteln: Was gibt es schon an Kooperation?
  2. Vorgeschichte Heim – Gemeinde beachten. Sich klar machen, welche
    Animositäten oder Vorurteile da sind. Positive Anknüpfungspunkte
    entdecken.
  3. Mitstreiter bei allen Kooperationspartnern suchen – Haupt- und
    Ehrenamtliche aus Einrichtungen und Gemeinde. Das heißt z.B. auch,
    den vorhandenen Förderverein einzubeziehen. 
  4. Ortskundige Menschen einbinden – „alte Hasen“.
  5. Entscheidungsträger frühzeitig informieren und in den Prozess mit
    hineinnehmen, zum Beispiel Heimleitung und Kirchengemeinderat.
  6. Team zur Begleitung der Kooperation suchen mit klarer Aufgabenteilung – Teamleitung und Zuständigkeiten klären. In Nürtingen hat
    sich bewährt: Teamleiterin mit zwei Standbeinen + Heimpartner +
    Gemeindepartnerin.
  7. Am Beginn langfristige Ziele feststellen: Was wollen wir überhaupt? 
    Zeitlichen Rahmen setzen - Methoden überlegen - konkrete Schritte einleiten.
  8. Veröffentlichung überlegen – wie – wo – für wen?
  9. Regelmäßig über die Einrichtung im Gemeindebrief berichten.
  10. Start des Kooperationsprojektes überlegen: Fest – Gottesdienst –
    Einladung ins Heim – Führungen?
  11. Im Rahmen eines Kooperationsprojektes arbeiten Ehrenamtliche mit
    (z. B. Besuchsdienst). Eine regelmäßige Begleitung ist erforderlich –
    wer übernimmt sie und in welchen Abständen?
  12. Mitarbeitende im Pflegeheim motivieren und begleiten.
  13. Anerkennungskultur entwickeln und pflegen (z.B. Fortbildung für
    Ehrenamtliche anbieten).
  14. Im Gespräch bleiben, immer wieder das Gespräch suchen, das heißt
    auch, Prozesse zu protokollieren.
  15. Kirchengemeinderat einladen, im Heim zu tagen.
  16. Kontinuität sichern – Verbindlichkeit klären: Was ist, wenn Personen wechseln? Wer garantiert Kontinuität, ohne dass wieder ganz von vorne angefangen werden muss? Verschriftlichung des erreichten
    Kooperationsstandes ist hilfreich.
  17. Erfolge feiern.

3. Allgemeine Tipps

  1. Beim Vorhandenen ansetzen: Wo sind unsere Ressourcen?
  2. Kleine Schritte führen auch zum Ziel. Vorsicht vor zu viel Euphorie – aber auch vor zu viel Pessimismus!
  3. Die konkreten Schritte im Auge behalten, sie nicht in hoch fliegenden Visionen untergehen lassen.
  4. Nicht zu viel beginnen, auch wenn's schwer fällt.
  5. Die Verschiedenartigkeit der Menschen sowie der Institutionen
    berücksichtigen. Im Heim haben wir es beispielsweise vor allem mit
    Hauptamtlichen zu tun, in der Kirchengemeinde auch mit vielen
    Ehrenamtlichen. Die Heimmitarbeitenden sind Hauptamtliche und wohnen teilweise an anderen Orten. Wer vergütet ihre Zeit, die sie in die Kooperation investieren?
  6. Sensibel sein für aufkommende Konkurrenz, sie vermeiden und ggf.
    ansprechen. Es geht nicht darum, ob in der Kirchengemeinde oder im Heim besser gearbeitet wird.
  7. Wahrnehmen und akzeptieren, dass die Partner sich unterschiedlich
    intensiv für die Kooperation engagieren bzw. ihr unterschiedliches
    Gewicht beimessen.
  8. Das Thema Alter ist ein sensibles Thema, ebenso Sterben und Tod.
    Sich diesen Themen zu stellen, bietet Chancen für die Gemeinde.

4. Ökumenische und interreligiöse Perspektiven

  1. Die Kooperation zwischen Heim und Kirchengemeinde ökumenisch
    auszuweiten, bedeutet konkret, weitere Gesprächspartner und andere
    Strukturen mit in den Blick zu nehmen. Inhaltlich ist es geboten, weil
    dadurch die Wirklichkeit des Heims in der ökumenischen
    Gemeinschaft der Bewohner berücksichtigt werden kann.
  2. Was ist mit nichtchristlichen Bewohnern? Welche Form der
    Kooperation dient ihnen?
  3. Bis jetzt sind die Bewohner christlich sozialisiert. Wie sieht das in
    einigen Jahren aus?

Agnes Toczek, in: Evangelische Landeskirche in Württemberg / Diakonisches Werk der evangelischen Kirche in Württemberg e.V. (Hrsg.) V.i.S.d.P. Dr. Antje Fetzer, Ich will euch tragen. Handbuch, Arbeitshilfe für die Seelsorge in der Altenpflege, 2006, S. 155-157.

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