Einen Besuchsdienst ins Leben zu rufen, heißt Frauen und Männer aus der Kirchengemeinde mit pflegebedürftigen Menschen in Kontakt zu bringen, die in einem Alten- und Pflegeheim leben.
Die Mitarbeit in einem Besuchsdienst bietet ehrenamtlichen Mitarbeitenden die Chance, sich in einem zeitlich umschriebenen Umfang mit ihren Gaben und Fähigkeiten einzubringen, zum Beispiel durch Vorlesen, Zuhören oder Begleitung beim Spazierengehen. Darüber hinaus erhalten sie die Möglichkeit, neue Kontakte in der Kirchengemeinde zu knüpfen und ihre Erfahrungen zu reflektieren. Sie werden dadurch an die Auseinandersetzung mit dem eigenen Altern und Sterben herangeführt.
Damit ein Besuchsdienst gelingt, sollten folgende Schritte bedacht werden:
Die Öffentlichkeitsarbeit beim Aufbau eines Besuchsdienstes zielt in erster Linie darauf, interessierte Ehrenamtliche zu werben.
In zweiter Linie trägt gute Presse- und Öffentlichkeitsarbeit dazu bei, ein hilfreiches Klima der Wertschätzung für die Seelsorge an pflegebedürftigen Menschen zu schaffen und einen tabuisierten Bereich derGesellschaft ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken.Konkrete Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit sind:
Nachdem der Starttermin für die Besuchsdienstgruppe frühzeitig bekannt gegeben wurde, sollte er kurz vor dem ersten Treffen in den Abkündigungen im Gottesdienst und in der örtlichen Presse in Erinnerung gerufen werden.
Beim Starttermin ist es sinnvoll, den Schwerpunkt auf das gegenseitige Kennenlernen der Gruppenmitglieder und auf praktische Absprachen zu legen. Das Treffen kann zum Beispiel folgendermaßen strukturiert werden:
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Eine regelmäßige und sachkundige Begleitung des Besuchsdienstes legt die Grundlage für eine dauerhafte Besuchsdienstarbeit. |
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Dabei geht es zum einen um die verlässliche Koordination der Aufgaben, zum anderen um die Möglichkeit, Belastendes und Unverständliches im angeleiteten Erfahrungsaustausch zu bearbeiten. Schließlich erhalten die Ehrenamtlichen die Möglichkeit sich fortzubilden.
Mit der Werbung um Ehrenamtliche ist die Öffentlichkeitsarbeit noch nicht beendet.
Regelmäßige Berichte in den lokalen Medien unterstützen die Arbeit durch Wertschätzung und reduzieren Berührungsängste in der breiten Öffentlichkeit.
Ebenso ist es geboten, die zuständigen Gremien in Kirchengemeinde und Einrichtung von Zeit zu Zeit zu informieren.
Ein besonderes Augenmerk sollte im Laufe der Zeit auf Formen der Wertschätzung für Ehrenamtliche gelegt werden. Eine Form der Ehrung stellt die Aushändigung von Zertifikaten für das geleistete Engagement dar. Auch die öffentliche Einführung von Mitarbeitenden im Gottesdienst kann ein geeignetes Ritual zur Stärkung ehrenamtlicher Arbeit sein. Dabei sind aber stets die Wünsche der Ehrenamtlichen zu respektieren.
Schließlich sollte es ein Qualitätsmerkmal sachgerechter Besuchsdienstarbeit sein, dass Ehrenamtliche selbst die Dauer ihres Engagements bestimmen können und insbesondere in der Anfangsphase Gelegenheit erhalten, ihr Engagement ohne Gesichtsverlust zu beenden. So ist es beispielsweise sinnvoll, die neu gegründete Besuchsdienstgruppe zunächst nur auf Zeit mit Aufgaben zu betrauen und ihnen die Chance zu geben, sich nach einer gewissen Probezeit nochmals neu zu entscheiden.
Wenn ein Besuchsdienstangebot eine gewisse Probephase von ca. sechs Monaten durchlaufen hat, ist es angezeigt, Rückschau zu halten und gegebenenfalls Korrekturen oder Neuregelungen einzuführen. Als Rahmen hierfür bietet sich ein gemeinsames Fest an.
Projektteam Ditzingen: Eva Knoblauch, in: Evangelische Landeskirche in Württemberg / Diakonisches Werk der evangelischen Kirche in Württemberg e.V. (Hrsg.) V.i.S.d.P. Dr. Antje Fetzer, Ich will euch tragen. Handbuch, Arbeitshilfe für die Seelsorge in der Altenpflege, 2006, S. 174-179.