Die Parkinsonsche Erkrankung wird ausgelöst durch ein Absterben der Zellen im Gehirn, welche die Überträgersubstanz Dopamin produzieren. Dopamin ist für den Informationsaustausch zwischen Nervenzellen, hauptsächlich der Nervenzellen im Bereich des Bewegungsapparates, zuständig.
Die Ursache der Parkinsonschen Erkrankung ist in den meisten Fällen unklar. In einigen Fällen kann die Ursache in Kopfverletzungen, Blutungen im Gehirn oder Vergiftungen gefunden werden.
Der Mangel an Dopamin kann durch einen medikamentösen Ersatz von Dopamin zunächst vollständig ausgeglichen werden. Eine Vielzahl von Medikamenten, die Dopamin ersetzen, seine Wirkung verbessern oder die biochemischen Gegenspieler des Dopamins verringern, wird hierzu in fein abzustimmenden Kombinationen verabreicht. Jedoch lässt nach ca. 5 bis 10 Jahren die Wirkung dieser Medikamente nach. Dann gibt es im Alltag des Patienten Phasen guter und Phasen schlechter Beweglichkeit. Grundsätzlich ist mit einer erfolgreichen Medikation die Lebenserwartung durch eine Parkinsonsche Erkrankung nicht eingeschränkt. Jedoch treten nach einigen Jahren mit der abnehmenden Wirkung der Medikamente vermehrt Beschwerden auf.
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Parkinson: zwischen Unbeweglichkeit und Zittern. |
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Durch den Mangel an Dopamin kommt es im typischen Fall zu körperlichen Beschwerden.
Eine zunehmende Unbeweglichkeit (Akinese) ist zu beobachten: Der Gang wird schlurfend, die Arme kleben beim Gehen am Körper, die Füße kleben am Boden, einmal in Gang gekommen, fällt das Stehenbleiben schwer.
Die Muskeln befinden sich in einem anhaltend gesteigerten Spannungszustand (Rigor), der als Taubheit oder Steifheit empfunden wird. Die Körperhaltung ist leicht nach vorne geneigt, Knie und Ellenbogen sind angewinkelt.
Im Ruhezustand, jedoch oftmals auch bei Belastung der Muskeln tritt ein Zittern (Tremor) auf.
Darüber hinaus kommt es zu Schweißausbrüchen, Darmträgheit, Schwierigkeiten beim Wasserlassen bis hin zu Inkontinenz und vermehrten Talgabsonderungen (Salbenhaut).
Für den seelsorglichen Kontakt ist entscheidend, dass die kommunikativen Fähigkeiten von Menschen mit Parkinsonscher Erkrankung oft sehr eingeschränkt sind. Es ist für an Parkinson erkrankte Menschen schwierig, mit ihrem Gesichtsausdruck ihren Gefühlen Ausdruck zu geben. Das Gesicht wirkt durch die fehlende Mimik maskenhaft. Andere Menschen schätzen die Gefühlslage deshalb häufig falsch ein. Das Sprechen ist meist sehr leise, gelegentlich auch heiser und unverständlich. Die Fähigkeit zu Sprachnuancierungen nimmt ab, und das Sprechen erscheint monoton.
Die Störung im Dopamin-Haushalt des Körpers ruft im typischen Fall aber auch psychische Beschwerden hervor. Diese psychische Beeinträchtigung und die Einschränkungen in der Kommunikation sind zum großen Teil für den Leidensdruck der erkrankten Menschen verantwortlich, da die körperlichen Beschwerden über lange Zeit mit Medikamenten in den Griff zu bekommen sind.
Depressionen sind bei Menschen mit Parkinson zu beobachten. Die Ursachen können biochemische sein, bedingt durch die Störung im Dopamin-Haushalt. Die Depressionen können jedoch auch psychische Reaktionen auf die Krankheit sein, ausgelöst durch ein vermindertes Selbstwertgefühl („ich tauge zu nichts mehr“), durch negative Zukunftserwartungen („mit mir geht es nur noch abwärts“) und durch die Angst vor Persönlichkeitsveränderungen („wenn mein Gehirn dann ganz verrückt spielt...“).
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Mit mir geht es nur noch abwärts! Patient |
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Das Denken ist bei Menschen mit Parkinson nicht vermindert, jedoch teilweise verlangsamt, und die Merkfähigkeit, das Konzentrations-, das Denkund das Auffassungsvermögen können eingeschränkt sein. Spontaneität kann überfordern.
Durch die Nebenwirkung der Medikamente treten abhängig von der Dauer der Erkrankung und dem Lebensalter des Erkrankten Verwirrtheitszustände und Halluzinationen auf.
Die Umwelt von Menschen mit Parkinsonscher Erkrankung muss lernen, tolerant gegenüber Schwankungen imBefinden des Gegenübers zu sein. Schwankungen betreffen die körperliche Beweglichkeit,die Denk- und Konzentrationsfähigkeit und die Stimmung. Denn der Kampf, der im Inneren eines Menschen mit Parkinsonscher Erkrankung stattfindet und der außen als Schwankung wahrnehmbar ist, ist unvorstellbar schwer und betrifft jede kleinste Verrichtung des Körpers:
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Parkinson – das ist... Parkinson heißt, Parkinson – das ist... Parkinson heißt, Parkinson – das ist... Parkinson heißt, Parkinson – das ist... Parkinson heißt, |
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Jochen Schlenker, in: Evangelische Landeskirche in Württemberg / Diakonisches Werk der evangelischen Kirche in Württemberg e.V. (Hrsg.), Ich will euch tragen. Handbuch, Arbeitshilfe für die Seelsorge in der Altenpflege, 2006, S. 437-439.