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Kommunikation mit demenziell Erkrankten

Validation

Der Validationsansatz wurde Ende der 60er Jahre von der Sozialarbeiterin Naomi Feil entwickelt.

Validation bedeutet soviel wie „wertschätzen, für gültig erklären“. Der Kranke soll in seiner eigenen Realität belassen werden.

Definition von Validation

Validation bedeutet soviel wie „wertschätzen, für gültig erklären“. Der Kranke soll in seiner eigenen Realität belassen werden. Seine Verhaltensweisen sollen stehen gelassen und gewürdigt werden.

Naomi Feil geht davon aus, dass hinter jeder scheinbar sinnlosen Handlung Gefühle stehen, die aufgedeckt werden müssen, denn nur so könne ein Fortschreiten der Erkrankung verhindert werden.

Für Feil sind nicht nur der Abbau des Gehirns und die daraus resultierenden neuropsychologischen Defizite für das Verhalten und Erleben der Kranken ausschlaggebend, sondern auch die individuelle, psychische und soziale Situation sind bedeutend. Ihrer Ansicht nach versuchen demenziell erkrankte Menschen, belastende Themen aus der eigenen Biografie zu bearbeiten und zu bewältigen. Naomi Feil sieht also einen Zusammenhang zwischen früheren unbewältigten Problemen und dem momentanen Verhalten der Erkrankten.

Unterstützung der Erkrankten durch einfache W-Fragen und nonverbale Techniken

Laut Feil kann man mit Hilfe der verbalen und nonverbalen Kommunikation die Erkrankten bei der Aufdeckung von Gefühlen unterstützen und ihnen bei der Aufarbeitung und Bewältigung der Vergangenheit helfen.

Durch einfache, nicht wertende W-Fragen (wer, wie, was, wann und wo) sollen die Kranken zur verbalen Kommunikation angeregt werden. Mit nonverbalen Techniken, wie z.B. speziellen Berührungen, findet eine Kommunikation ohne Worte statt.

Feil teilt die demenzielle Erkrankung in vier Stadien ein:

  1. Mangelhafte/ unglückliche Orientierung: Die erkrankten Menschen verlieren langsam die Orientierung und möchten das verbergen.
  2. Zeitverwirrtheit – Verlust der kognitiven Fähigkeiten: Die Patienten sind zeitlich völlig desorientiert und können beim Erzählen in fünf Minuten von der Kinderzeit in die Gegenwart wandern, ohne die Zeit unterscheiden zu können.
  3. Sich wiederholende Bewegungen: Sie ersetzen die Sprache.
  4. Vegetieren: Dieses Stadium entspricht dem totalen Rückzug nach innen.

Ob eher die verbalen oder die nonverbalen Techniken eingesetzt werden, hängt davon ab, in welchem Stadium sich der/ die Erkrankte befindet. Die Betreuungsperson hat die Aufgabe, durch aufmerksame Beobachtungen das jeweilige Stadium zu bestimmen.

Die vom Kranken geäußerten Gefühle und Empfindungen werden von den Betreuenden in Worte gekleidet und somit „bestätigt“.

Für Naomi Feil liegt die wesentliche Aufgabe der Validation darin, einen sehr alten, desorientierten Menschen bei der Erfüllung seiner letzten Lebensaufgabe zu unterstützen: In Frieden zu sterben.

 

Adenheid Bauer, in: Evangelische Landeskirche in Württemberg / Diakonisches Werk der evangelischen Kirche in Württemberg e.V. (Hrsg.), Ich will euch tragen. Handbuch, Arbeitshilfe für die Seelsorge in der Altenpflege, 2006, S. 356-357.

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