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Emotionale Kommunikation

Emotionale Kommunikation

Die Integrative Validation (IVA) wurde von Martin Weidenfelder zur Emotionalem Kommunikation weiterentwickelt. Er umreißt im Folgenden seinen Ansatz.

Ich weiß nicht mehr

Finde den Weg nicht mehr

Kann nicht mehr sagen warum

Kann nicht mehr tun, was ich immer getan

Kann nicht mehr sein, was ich immer schon war

Ich weiß nicht mehr

Ich weiß doch noch

Dass den Weg ich einst ging

Dass die Sprache mir früher gelang

Dass das Tun mir damals doch glückte

Dass ich jemand war im Kreis meiner Lieben

Dass ich mitten im Leben stand

Ich weiß doch noch

Ich weiß nicht mehr

Mehr weiß ich doch

Wird jemand an diesem merkwürdigen Ort

In den Irrungen meines Lebens

Vor den vielen verschlossenen Türen

Mein Begleiter sein?

Martin Weidenfelder

Die Emotionale Kommunikation bemüht sich, von der Würde des erkrankten Menschen auszugehen. Die hinter den oft „unzeitgemäßen“ Äußerungen und Handlungen demenziell Erkrankter liegenden Gefühlsäußerungen sind echt und für den Betroffenen wahr. Fähigkeiten und Fertigkeiten, die man sich im Leben angeeignet hat und die in „Fleisch und Blut“ übergegangen sind, sind oft noch lange als „innerer Motor“ erhalten.

Charaktereigenschaften wie Pflichtbewusstsein, Fleiß und Pünktlichkeit bestimmen oft noch sehr deutlich das Tun und Denken der Kranken. Emotionale Kommunikation geht davon aus, dass Emotionen und frühe Prägungen zu den wertvollen Ressourcen der Kranken gehören.

Vorgehensweise

In einer konkreten Vorgehensweise wird versucht, diese wertschätzend und gewähren lassend zu begleiten. Es wird bewusst darauf verzichtet, korrigierend und konfrontierend einzugreifen. Im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf machen von der Wirklichkeit ausgehende Orientierungsversuche auch keinen Sinn mehr. Eher reagieren die Kranken aggressiv, beschämt und zunehmend verwirrt. Alles, was das Selbstwertgefühl des Kranken noch weiter beschädigt, soll nach Möglichkeit vermieden werden.

Vertrauen möglich machen

Es gilt durch Wertschätzung und Akzeptanz, durch Zulassen und Gelten lassen der geäußerten Emotionen sich als vertrauenswürdiger Begleiter zu erkennen zu geben. Dazu hilft es, geäußerte Gefühle direkt und einfühlsam zu benennen, möglichst keine Fragen zu stellen, Überforderung zu vermeiden und lieber der Erlebniswelt der Kranken die ganze Aufmerksamkeit zu schenken.

Anders als bei der Validation wird das befremdliche Tun der Kranken nicht hinterfragt und interpretiert, sondern konsequent wohlwollend zugelassen.

Diese Umgangsform und Haltung verstärken am Leichtesten bei den Kranken die Empfindung, von guten Menschen umgeben zu sein. Demenziell Erkrankte können von uns nicht mehr verändert werden, umso wichtiger wird es, die andere Welt der Kranken zu akzeptieren und sie in ihrem Bemühen, ihren Gefühlen nachzugeben, gewähren zu lassen.

Erinnerungspflege und Anknüpfung an früher gepflegte Tätigkeiten sind wichtige Hilfsmittel, die Lebensqualität der Kranken noch möglichst lange aufrecht zu erhalten.

 

Martin Weidenfelder, in: Evangelische Landeskirche in Württemberg / Diakonisches Werk der evangelischen Kirche in Württemberg e.V. (Hrsg.), Ich will euch tragen. Handbuch, Arbeitshilfe für die Seelsorge in der Altenpflege, 2006, S. 360-361.

Literaturtipp: Weidenfelder, Martin: Mit dem Vergessen leben: Demenz. Verwirrte alte Menschen verstehen und einfühlsam begleiten. Stuttgart 2004.

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