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Demenz

Hintergründen

Was ist Demenz und wie kann man sie feststellen?

Die Demenz ist nicht die Folge eines normalen Alterungsprozesses, sondern eine Gruppe/ ein Formenkreis von Erkrankungen des Gehirns, bei der Nervenzellen vorzeitig absterben.

Aufgrund unterschiedlicher Erscheinungsformen, zum Beispiel Morbus Alzheimer oder Multiinfarktdemenz, gibt es keine untrüglichen Zeichen, sondern Auffälligkeiten.

Diese Auffälligkeiten findet man in einem oder mehreren Orientierungsbereichen. So sind demenziell erkrankte Menschen eingeschränkt in der

  • zeitlichen Orientierung
  • persönlichen Orientierung
  • situativen Orientierung
  • und / oder örtlichen Orientierung

Auffälligkeiten, die auf eine demenzielle Erkrankung hinweisen, sind:

  • Nachlassen der Merkfähigkeit und regelmäßige Gedächtnislücken
  • Sprachstörungen und das Unvermögen sich mitzuteilen
  • Desinteresse an der Umgebung / Stimmungsschwankungen
  • Einschränkung der sozialen und praktischen Kompetenz

Wer leidet darunter und was ändert sich für die Betroffenen?

Etwa 1,2 Millionen Bürger in Deutschland leiden an Demenzen, und die Tendenz ist steigend. Mit zunehmendem Alter erhöht sich der Prozentsatz der Betroffenen.

Da die Betroffenen ihre Nachlässigkeiten spüren, verändert sich ihr Tagesablauf kaum, wird aber geprägt von Kompensationsmechanismen wie Merkzetteln, Vertuschung und Überspielen der Einschränkungen. Langfristig tritt eine Überforderung in den alltäglichen Dingen ein, die bis hin zum kompletten Verlust der Eigenständigkeit führt. Für die demenziell Erkrankten findet dies ab einem bestimmten Stadium nicht bewusst statt, und sie selbst haben eher das Gefühl, dass sich das Umfeld verändet hat.

Schweregrade der Demenz und ihre Kriterien

Leicht:

  • Der Erkrankte ist in der Arbeit und in sozialen Bereichen deutlich eingeschränkt, kann aber noch Fähigkeiten zum unabhängigen Leben erhalten.

Mittel:

  • Eine selbstständige Lebensführung ist mit Schwierigkeiten und einer regelmäßigen Aufsicht/ Betreuung eingeschränkt möglich.

Schwer:

  • Das tägliche Leben ist stark beeinträchtigt und macht ständige Betreuung und Pflege erforderlich. Die motorischen Fähigkeiten gehen verloren und das Aufrechterhalten von minimaler persönlicher Hygiene ist nicht mehr selbstständig möglich.

Wer oder was kann helfen?

Betreuung und Seelsorge: Ziel ist hier die geistige Anregung und das Angebot von Geborgenheit. Zu beachten ist dabei,

  • während des Gesprächs den Blickkontakt zu halten
  • nicht lauter zu reden als gewohnt
  • kurze, deutliche Sätze zu bilden
  • keine W-Fragen zu stellen
  • Reaktionen geduldig abzuwarten
  • auch viel von sich selbst zu erzählen
  • den Betroffenen mit Achtung entgegenzutreten
  • an Bekanntem / Erinnerungen zu arbeiten

medikamentöse Therapie:

Hierfür muss in jedem Fall ein Facharzt (Neurologe) hinzugezogen werden.

Weitere Informationen kann man erhalten von:

Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg e.V.
Haußmannstraße 6
70188 Stuttgart
info@dont-want-spam.alzheimer-bw.de

Zukunftsforum Demenz
Postfach 111353
60048 Frankfurt
www.zukunftsforum-demenz.de

Alzheimer Angehörigen Gruppe Tübingen e.V.
Kirchgasse 1
72070 Tübingen
Telefon: 0 70 71/2 24 98

 

Stephan Nowak, in: Evangelische Landeskirche in Württemberg / Diakonisches Werk der evangelischen Kirche in Württemberg e.V. (Hrsg.) V.i.S.d.P. Dr. Antje Fetzer, Ich will euch tragen. Handbuch, Arbeitshilfe für die Seelsorge in der Altenpflege, 2006, S. 434-436.

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