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Ostergedanken von Eberhard Jüngel

Wenn es so etwas wie Zukunftsmusik gibt ...

 

Wenn es so etwas wie Zukunftsmusik gibt,
dann war sie damals, dann ist sie am
Ostermorgen an der Zeit: zur Begrüßung
des neuen Menschen, über den der Tod
nicht mehr herrscht. Das müsste freilich
eine Musik sein - nicht nur für Flöten
und Geigen, nicht nur für Trompeten, Orgel
und Kontrabaß, sondern für die ganze
Schöpfung geschrieben, für jede seufzende
Kraetur, so dass alle Welt einstimmen und
groß und klein, und sei es unter Tränen,
wirklich jauchzen kann, ja so, dass selbst
die stummen Dinge und die groben Klötze
mitsummen und mitbrummen müssen:
Ein neuer Mensch ist da, geheimnisvoll uns
allen weit voraus, aber doch eben da.

 

© Eberhard Jüngel, Claudius Verlag München

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