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Schwierigkeiten

Für die Kirchengemeinde

Gemeinden und Heime existieren in vielen Fällen nebeneinander her. Es gibt u.U. die (mehr oder weniger umfangreiche) seelsorgerliche Arbeit der Gemeindepfarrerin, aber eine echte Einbindung des Heims in die Konzeption der Gemeindearbeit (z.B. der ehrenamtlichen Gruppen) findet selten statt. Dabei lässt sich die „Schuld“ meist gar nicht der einen oder anderen Seite zuschreiben, sondern dieses Nebeneinander hat sich im Lauf der Zeit so ergeben. Beide „Systeme“ werden vom jeweils anderen als geschlossenes System erlebt. Obwohl es sich bei der Seelsorge in der stationären Altenhilfe um eine Variante der Seelsorge an alten Menschen in der Gemeinde handelt, sind die Bewohner in Altenpflegeheimen in manchen Gemeinden gar nicht als Gemeindeglieder im Bewusstsein. So besucht z.B. der Besuchsdienst mancher Gemeinde zwar die „zuhause“ wohnenden Jubilare und Kranken, nicht aber die Bewohner des Pflegeheims.

Gegenseitige Vorurteile („Pflegeheime sind Wirtschaftsunternehmen“ – „Kirche kümmert sich nicht um die Menschen im Pflegeheim“) lassen Gräben entstehen, die gemeinsame Schritte zu gemeinsamen Zielen erschweren.

Eine weitere Schwierigkeit stellt der Umstand dar, dass die Aufgaben der Gemeinden und v.a. ihrer Hauptamtlichen so gewachsen sind (s.u.), dass die „Wiederaufnahme der Beziehung“ einen konzeptionellen Beschluss voraussetzt.

Für die Ehrenamtlichen

Widerstände und Enttäuschungen auf Seiten der Ehrenamtlichen gibt es v.a. dort, wo sie sich ausgenutzt oder unzureichend anerkannt und begleitet fühlen, sei es durch die Hauptamtlichen der Gemeinde, sei es durch die Heime. Das kann sich in mangelnder Einbindung in Entscheidungsprozesse, aber auch in mangelnden Fortbildungsangeboten usw. äußern.

Für die Hauptamtlichen

Schwierigkeiten für die HauptamtlichenIn immer mehr Kirchengemeinden wurden in den letzten Jahren Altenpflegeheime gebaut. Je nach Größe und Art der Einrichtung erweiterte sich dadurch der seelsorgerliche und gottesdienstliche Auftrag der Pfarrstelle. Dieser Entwicklung wurde in der Festlegung des Dienstauftrages der jeweiligen Pfarrstelle oft nicht Rechnung getragen. Die seelsorgerliche Betreuung von schwerst-pflegebedürftigen oder demenziell erkrankten Menschen braucht jedoch Zeit, Kraft und Kontinuität.

Eine Vielzahl neuer Aufgabengebiete, die früher nicht in den pfarramtlichen Bereich fielen, sind in den letzten Jahren im Pfarramt dazugekommen. Diese Entwicklung geht häufig zu Lasten der seelsorgerlichen Aufgaben.

Es fehlt oft die notwendige fachliche Ausbildung (z.B. KSA oder Spezialausbildung für De-menzerkrankungen), was zum Gefühl der Überforderung führen kann.

Außerdem wird der geringe gesellschaftliche Stellenwert der Altenhilfe (Ausgrenzung, Verdrängung von Krankheit, Sterben und Tod) auch in der Kirche aufgenommen und widergespiegelt, wenn die Veränderung der Grundsituation nicht ernst genommen wird und Seelsorge im Altenheim als „Parkmöglichkeit“ betrachtet wird. Landeskirche und Pfarrerschaft haben an dieser Entwicklung auch Anteil.

Weiter stehen zur Zeit die erforderlichen Potentiale für Altenpflegeheimseelsorge nicht zur Verfügung, da sie erst durch Strukturveränderung und geänderte Rahmenbedingungen geschaffen werden müssten.

Ein landeskirchliches Konzept ist nicht erkennbar vorhanden, das Pfarrer für die Altenheimseelsorge vorbereitet und sie als wichtigen Teil der Seelsorgearbeit vor Ort ausweist.

Präsenz im Heim und die Betreuung der Mitarbeitenden erfordern Zeit, die nicht garantiert und gesichert ist.

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