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Potentiale der diakonischen Träger und ihrer Mitarbeitenden

Potentiale der diakonischen Träger und ihrer MitarbeitendenHeimträger und Einrichtungen übernehmen die gesellschaftliche Aufgabe, alten Menschen die ihrem Alter und Gesundheitszustand angemessenen Wohnformen samt Begleitung und Betreuung bereitzustellen. Motiviert sind sie in ihrem Tun vom biblischen Auftrag und der diakonischen Tradition.

Die Wurzeln für die diakonische Prägung reichen oft weit in die Geschichte zurück. Gewachse-ne Strukturen sind daraus hervorgegangen, die nach wie vor den Alltag bestimmen. Das Leitbild der diakonischen Träger betont zumeist diese Wurzeln sowie das christliche Menschenbild und die sich daraus ableitenden Betreuungsgrundsätze. Eine konzeptionell durchdachte Seelsorgearbeit ist ein wichtiger Aspekt der Umsetzung eines diakonischen Leitbilds und spielt deshalb im Spektrum der individuellen Hilfsangebote eines diakonischen Heimträgers eine bedeutende Rolle.

Die Träger tragen für das Wohl der Heimbewohner und der Mitarbeitenden Verantwortung. Daraus ergeben sich Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten hinsichtlich der Ausrichtung bzw. der Zielsetzungen des Betreuungsangebots. Im definierten Handlungsrahmen können so Prioritäten gesetzt werden.

Eine offene Altenhilfeeinrichtung lebt mit und von den vielen Menschen, die hier ein und aus ge-hen. Nicht nur die Heimbewohner und die Mitarbeitenden, auch Angehörige, Ehrenamtliche, Vereine und Gruppen sind Teil eines lebendigen Miteinanders. Der Heimträger kann das Geschehen steuern, indem er die Kommunikation fördert und Hemmnisse abbaut. Auch liegt es in der Hand des Trägers, feste Rituale einzuführen und Standards für bestimmte seelsorgerliche Angebote zu bestimmen.

Die Träger verfügen über finanzielle und sächliche Mittel, die allerdings für neue Aufgaben begrenzt sind. Dennoch gibt es meist einen kleinen Spielraum um hier und da Prioritäten zu setzen oder neue Entwicklungen voranzutreiben.

Dabei können die Träger die Potentiale ihrer Mitarbeitenden nutzen. Die meisten Mitarbeitenden in diakonischen Heimen haben den Wunsch, den Bewohnern mehr als nur körperliche Pflege und Versorgung zu bieten. Sie bemühen sich, "für den ganzen Menschen da zu sein" - auch mit seinen seelischen und religiösen Bedürfnissen.

Die Mitarbeitenden haben aufgrund ihrer hohen Vertrautheit mit den Bewohnern oft den besten Zugang zu ihnen und genießen häufig mehr Vertrauen als andere Bezugspersonen (Pfarrer, Eh-renamtliche usw.) Diese Vertrautheit führt immer wieder zu sehr persönlichen Gesprächen und Begegnungen zwischen Mitarbeitenden und Bewohnern, bei denen die Mitarbeitenden allerdings auch leicht an ihre Grenzen kommen: sei es, weil sie unter Zeitdruck stehen, sei es, weil sie sich mit der Situation überfordert fühlen.

Die Mitarbeitenden, insbesondere die Pflegekräfte, übernehmen nicht nur eine wichtige Beziehungsarbeit, sondern sind auch Schlüsselpersonen für die Vermittlung und Koordination mit anderen wichtigen Personen wie Ärztinnen, Therapeuten, Seelsorgerinnen, Ämtern etc..

Rituale wie den abendlichen Tagesabschluss aber auch Aussegnungen, die Gestaltung von kirchlichen Festen und bestimmte Gruppenangebote übernehmen teilweise die Mitarbeitenden aus den Einrichtungen selbst. Die Koordination der Angebote wird meist von der Heimleitung wahrgenommen.

Das Pflegeheim ist ein Betätigungsfeld des Diakonats. In diesem zweiten kirchlichen Amt steht das Tatzeugnis von der Liebe Gottes im Mittelpunkt des Handelns. Seelsorge kann nur dort fruchtbar werden, wo die existentiellen Bedürfnisse des Leibes ernst genommen werden. Das Diakonat schafft eine enge Verbindung zwischen Kirchengemeinde und Heim. Sichtbar wird es in diakonisch aus- und weitergebildeten Mitarbeitenden, die von der Landeskirche in das Diakonenamt eingesegnet wurden.

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