Für die Bewohner, ihre Angehörigen und die Mitarbeitenden gibt es Angebote in ganz unterschiedlichen Bereichen:
Die Angebote variieren von Einrichtung zu Einrichtung. Vieles hängt vom Engagement einzelner Mitarbeitender ab. Einen Leitfaden oder gar Standards gibt es in der Regel nicht.
Seelsorge in den Heimen, insbesondere Gottesdienste, Gruppenangebote, Einzel-Gespräche und Fortbildungen werden überwiegend von Professionellen geleistet. Dies sind Pfarrer und Diakone, die im Rahmen ihres Gemeinde-Dienstauftrags im Heim tätig sind. Es gibt einige wenige Sonderregelungen, wo Seelsorger für die Arbeit in Heimen freigestellt sind und teilweise von den Heimen selbst bezahlt werden.
Daneben sind auch Ehrenamtliche, Mitarbeitende, Heimleiterinnen entsprechend tätig. In vielen Einrichtungen gibt es Besuchsdienste von Ehrenamtlichen, z.T. in Zusammenarbeit mit Kirchengemeinden.
Sogenannte Hospiz- und Sitzwachengruppen zur Begleitung von sterbenden Menschen sind ebenfalls vielfach in Verbindung mit den Heimen entstanden oder bringen zumindest ihre Ressourcen in den Heimalltag mit ein.
Ein großer Bedarf an Ritualen ist festzustellen. Ihnen kommt auch angesichts des verstärkten Anteils demenziell erkrankter Bewohner eine besondere und wachsende Bedeutung zu. Rituale geben Orientierung in Zeit und Raum, sie sind gemeinschaftsstiftend und richten sich nicht an den Verstand, sondern an die gefühlsmäßigen "Tiefenschichten" des Menschen. Rituale sind durch ihre Wiederholung beruhigend und vergewissernd, und sie sind - was besonders wichtig ist - auch von Mitarbeitenden nach entsprechender Einübung leicht durchzuführen, ohne dass eine geschulte "Amtsperson" dafür notwendig wäre. Auch beinhalten Rituale oft "sanfte Berührungen", die dem Bedürfnis des alten Menschen nach Nähe entsprechen, ohne die Intimsphäre von Bewohner und MitarbeiterInnen zu verletzen.
Darüber hinaus geben Rituale auch der Tätigkeit der Altenpflegekräf-te einen Charakter, der über die bloße "Versorgung" hinausgeht und eine andere, weniger greifbare, aber deutlich spürbare Dimension des Lebens ins Spiel bringt. Erinnerungen an gelungenes Leben sowie Erfahrungen von Geborgenheit, Hoffnung, Trost und Halt trotz allem Dahinschwindenden sind möglich. Ein Beispiel für ein solches Ritual ist das tägliche "Gute-Nacht-Ritual", der sogenannte "Tagesabschluß". Hierbei wird auf den Wohngruppen ein Lied gesungen und ein Gebet gesprochen, vielleicht schließen sich noch ein paar persönliche Worte der jeweiligen Mitarbeiterin an. Der Zeitaufwand ist gering, die Folgen sind erstaunlich: Die Bewohner schlafen im Durchschnitt ruhiger.